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Warndienst Stein- und Beerenobst Nr. 26/2020

Datum: 27.07.2020

* Mittelmengen bei Baumobst je ha und m Kronenhöhe
§ 22,2 Die Anwendung des Mittels ist nur zulässig in Betrieben, denen eine Genehmigung nach § 22,2 Pflanzenschutzgesetz erteilt wurde

Kirschessigfliege (KEF) in Strauchbeeren, Zwetschge und Mirabelle
Der Druck durch KEF ist in diesem Jahr sehr hoch. Die Maßnahmen in Strauchbeeren sind konsequent weiterzuführen wie in WD 23 und 24 beschrieben.
Inzwischen sind auch überreife Zwetschgen mit Kirschessigfliege belegt. Wir empfehlen deshalb ab sofort auch in Mirabellen und reifenden Zwetschgen Behandlungen gegen die KEF. Bei hohem Be-fallsdruck (lagen- und sortenabhängig, Kontrollen auf Eibelegung durchführen) ist nach 5-7 Tagen der Belag zu erneuern. Als wichtige unterstützende Maßnahmen empfehlen wir das Gras kurz zu halten und die Bestände in engen Abständen und sauber zu beernten.
Es bestehen Notfallzulassungen nach Art 53 vom 15.06. bis 12.10.2020 für folgende 3 Insektizide in Pflaume, Zwetschgen, Mirabellen und Reneklode:
• Exirel (0,375 l*, max. 0,75 l/Behandlung, B1 Bienengefährlich, max. 2 Anw., WZ 7 Tage)
• SpinTor (0,05 l*, max. 0,1 l/Behandlung, B1 Bienengefährlich, max. 2 Anw., WZ 5 Tage)
• Karate Zeon (0,0375 l*, max. 0,075 l/Behandlung, max. 2 Anw., WZ 7 Tage)
Bitte beachten Sie, dass in diesem Jahr eine neue reduzierte Aufwandmenge von SpinTor gilt (0,05 l/ha umKH und max. 0,1 l je Behandlung).
Beim Einsatz der bienengefährlichen Mittel Exirel oder SpinTor ist blühender Unterwuchs vor der Behandlung zu mulchen (Weißklee).
Exirel hat eine Nebenwirkung gegen Pflaumenwickler (siehe unten) und eine bessere Regenfestigkeit.
Karate wird in Mischung mit Azolfungiziden B2 (Einsatz nach dem täglichen Bienenflug), Anwendung nur bei Temperaturen unter 25°C, UV-instabil, kurze Wirkungsdauer, nützlingsschädigend und spinnmilbenfördernd.

Pflaume, Zwetschge, Mirabelle: Pflaumenwickler und Fruchtmonilia
Die zweite Insegar-Behandlung gegen Pflaumenwickler sollte gesetzt sein (Insegar 0,2 kg, B1!, WZ 28 Tage, max. 2x, Art. 53). Wo die Wartezeit von Insegar nicht mehr eingehalten werden kann, ist alternativ die Nebenwirkung von Exirel 0,375 l* (max. 0,75 l/ ha, max. 2x, B1, bienengefährlich, WZ 7) auf Pflaumenwickler auszunutzen. Blühender Unterwuchs (Weißklee!) ist vor dem Einsatz beider Insektizide zu mulchen.

Fruchtmonilia: Das wechselhafte Wetter fördert Monilia-Infektionen. Außerdem neigen die Zwetsch-gen aufgrund der phasenweisen Trockenheit in diesem Jahr verstärkt zu Rissbildung und Haarrissen. Wir empfehlen ab beginnender Blaufärbung eine Behandlung mit z.B. Signum (0,25 kg/ha*, max. 3x, WZ 7 Tage) oder Luna Experience (0,2 l/ha*, max. 2x, WZ 7 Tage). Aufgrund der Handelsvorgabe zur Wirkstoffanzahl bei der Mittelwahl auf die Hinweise der Vermarkter achten. In anfälligen Sorten ist eine zweite Behandlung im Abstand von 7 Tagen bzw. rechtzeitig vor der Ernte (Wartezeit) wichtig. Signum und Luna Experience haben eine Nebenwirkung gegen Pflaumenrost und Schrotschusskrankheit. In bereits abgeernteten Sorten ist eine Behandlung gegen Pflaumenrost mit z.B. Systhane 20 EW 0,225 l* einzuplanen.

Walnuss: Walnussfruchtfliege
Der Flug ist in vollem Gange. Die Behandlungen sind im 14-tägigen Abstand fortzuführen mit Mospilan SG 0,125 kg* (max. 2x, max. 0,375 kg/ ha/Behandlung, WZ 28 Tage, keine Anwendung in Kombination mit Netzmitteln) oder Calypso 0,08 l* (max. 2x, max. 0,25 l/ ha/Behandlung, WZ 14 Tage). Ergänzend sind Anwendungen im Köderverfahren (Insektizid + combi protec) möglich.

Das nächste Fax erscheint voraussichtlich nächste Woche.

Die Angaben ersetzen nicht die Gebrauchsanleitung, insbesondere sind die Anwendungsbestimmungen zu beachten. Alle Angaben entsprechen dem aktuellen Kenntnisstand der Verfasser. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für Irrtümer oder Nachteile, die sich aus den Empfehlungen ergeben könnten, wird nicht übernommen.

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