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Infodienst Kernobst Nr. 09/ 2020

Datum: 17.03.2020

Ölbehandlung gegen San-Jose-Schildlaus:
Wo in Anlagen ein Befall mit San-Jose-Schildlaus vorliegt, aber keine starke Wintereiablage der Roten Spinne, kann bereits jetzt bei günstigen Witterungsbedingungen die Nebenwirkung einer Ölbehandlung mit Para Sommer 15 l* oder Promanal Neu 10 l* genutzt werden. In den 2 auf die Behandlung folgenden Tagen sollte es keinen nennenswerten Niederschlag und keinen Nachtfrost geben. Schwefelbehandlungen sollten erst im Abstand von ca. 3 Tagen, Captan haltige Behandlungen erst mit ca. 5 tägigem Abstand erfolgen. Delan WG oder Syllit benötigen nur einen kurzen Abstand von 1-2 Tagen. Die Wirkung einer Ölbehandlung auf die Wintereier der Roten Spinne ist zum jetzigen Zeit-punkt zu gering!

Blutlaus:
Die warmen Temperaturen fördern nun sichtbar die im Kronenbereich sitzenden Blutlauskolonien. Eine Behandlung mit Pirimor Granulat 0,25 kg* (B4, Nebenwirkung) sollte bei Temperaturen >18 °C in Befallslagen vor der Blüte eingeplant werden. Hierbei werden auch die Stammmütter der Mehligen Apfelblattlaus miterfasst. Die Kombination mit einer Ölbehandlung ist möglich.

Birnblattsauger:
Bei Problemanlagen auf Eiablage kontrollieren. Beginnender Schlupf der 1. Generation wird festge-stellt. Bei starker Eiablage können sich zahlreiche Larven über den Blütezeitraum soweit entwickeln, dass sie durch ihre Saugtätigkeit am Blütenboden und an jungen Früchten Berostungen hervorrufen. Hier kann ab Blühbeginn Kumar 1,5 kg* (B4, max. 0,6 % in der Spritzlösung empfohlen) zur Befalls-minderung eingesetzt werden. Wichtig: Die Anwendung sollte für eine optimale Wirkung mittags bei warmer sonniger Witterung erfolgen, und die Blätter sollten komplett trocken sein. Bei Restfeuchte (Tau, zu hohe Konzentration) kann es sonst zu Blattverbrennungen kommen. Mit höherer Wassermenge fahren, um den Honigtau um die Larven herum gut abzulösen und die Austrocknung der Larven zu forcieren.

Hinweise zum Herbizideinsatz:
Für eine gute und lange andauernde Wirkung von Bodenherbiziden muss bei der Ausbringung ein unkrautfreier, feuchter Oberboden vorliegen. Insofern kann bei unkrautfreiem Besatz das Mittel Vorox (max. 0,6 kg/ha, mit Abschirmung und abdriftmindernder Flachstrahldüse Typ 06) jetzt noch einge-setzt werden. Bei leichter Verunkrautung bietet sich der Zusatz eines glyphosathaltigen Mittels an, ansonsten kann auch Chikara Duo 3 l/ha verwendet werden (aber erst ab dem 4. Standjahr, nicht bei geplanter Rodung und anschließender Wiederbepflanzung).
Beachten Sie auch die Auflagen bei glyphosathaltigen Mitteln: max. 1x/Saison, Abstand von 40 Ta-gen zwischen 2 Behandlungen, wenn die Wirkstoffmenge von 2 aufeinander folgenden Anwendun-gen mehr als 2,9 kg/ha beträgt.

Terminhinweise:
Die für den 26. und 27. März vorgesehenen IP-Begehungen im Landkreis fallen aufgrund der aktuellen Corona-Situation aus.
Wichtige, aktuelle Informationen werden über den Warndienst mitgeteilt. Bei individuellen Fragestel-lungen wenden Sie sich an die Übergebietliche Pflanzenschutzberatung in Offenburg per mail oder Telefon:
Herr Bernhart: matthias.bernhart@ortenaukreis.de; mobil: 0152 – 2254 3908
Herr Beuschlein: hans-dieter.beuschlein@ortenaukreis.de; mobil: 0162 – 2544 593

Wichtiger Hinweis zu Steward:
Die Einstufung des Insektizids Steward (Wirkstoff Indoxacarb) wurde vom BVL hinsichtlich der Bie-nengefährdung geändert auf NB6611 (B1). Steward darf ab sofort nicht auf blühende oder von Bie-nen beflogene Pflanzen – auch Unkräuter – ausgebracht werden. Diese Auflage gilt auch bei der Anwendung des Mittels aus Verpackungen, die diese geänderte Kennzeichnungsauflage nicht aus-weisen. Um Inkonsistenzen zur neuen Bienenkennzeichnung zu vermeiden, wurden zusätzlich bei bestimmten Obst- und Weinbauanwendungen von STEWARD Anpassungen zum Anwendungszeit-punkt vorgenommen. Nähere Informationen zu den Anwendungszeitpunkten im Obstbau folgen.

Genehmigung nach Artikel 53:
Karate Zeon bei Apfel und Birne, vom 25.03. bis 22.07.20. Anwendung gegen die Nymphen ver-schiedener Wanzenarten, bei Befallsbeginn und nach Warndienstaufruf, BBCH 59 – 71 (Rotbeinige Baumwanze), BBCH 74 – 85 (Reiswanze, Stinkwanze, Gartenwanze, Marmorierte Baumwanze, Bee-renwanze), max. 1x, 37,5 ml* in max. 500 l Wasser/ha mKh, max. 75 ml/ ha, WZ 14 Tage. Die An-wendung in Nachbarschaft von Oberflächengewässern ist nur mit einem Pflanzenschutzgerät mit 95 % Abdriftminderung mit einem Abstand von 50 m zulässig (NW 607-1). Zwischen behandelten Flä-chen mit einer Hangneigung von über 2 % und Oberflächengewäs-sern muss ein mit einer geschlos-senen Pflanzendecke bewachsener Randstreifen vor-handen sein. Dessen Schutzfunktion darf durch den Einsatz von Arbeitsgeräten nicht beeinträchtigt werden. Er muss eine Mindestbreite von 20 m haben. (NW unkodiert)

Der nächste Warndienst erscheint voraussichtlich in der kommenden Woche.

Die Angaben ersetzen nicht die Gebrauchsanleitung, insbesondere sind die Anwendungsbestimmungen zu beachten. Alle Angaben entsprechen dem aktuellen Kenntnisstand der Verfasser. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für Irrtümer oder Nachteile, die sich aus den Empfehlungen ergeben könnten, wird nicht übernommen.

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