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Infodienst Kernobst Nr. 26/ 2019

Datum: 13.07.2019

Witterung:
Das Wochenende wird kühler mit leichter Schauerneigung am Sonntag. Bis Mitte nächster Woche werden moderate Sommertemperaturen von 24 – 27 °C bei trockener Wetterlage vorhergesagt.

Schorf:
In Anlagen mit Fruchtschorfbefall sind bei noch anstehenden Ausdünnungsarbeiten befallene Früchte besonders im oberen Kronenbereich konsequent zu entfernen. Die Niederschläge von Freitag beliefen sich je nach Station von knapp 10 mm bis 25 mm. Demzufolge waren überwiegend schwere Infektionsbedingungen erfüllt. In Schorfanlagen sind die Vorlagebehandlungen nach der 10 Tage/25 mm Niederschlagsregel seit der letzten Behandlung vor weiteren Niederschlägen mit längerer Blattnässedauer vorzunehmen. Beachten Sie die Warte-zeiten der Mittel gerade bei früh- mittelfrüh reifenden Sorten.

Apfelwickler:
Allgemein ist in diesem Jahr ein höherer Befallsdruck vorhanden, zu erkennen an der Vermadung im Streuobstanbau (unbehandelt), aber auch in Erwerbsanlagen mit einer bekannten Befallsgeschichte.
Der Falterflug wie auch frische Eiablage läßt jetzt zum Ende der 1. Generation nach. Trotzdem muss noch mit einem Larvenschlupf infolge Eiablage bei den hohen Abendtemperaturen der 1. Juliwoche gerechnet werden. Je nach Terminierung der 2. Coragen-Behandlung ist nach 3 Wochen nun mit keiner ausreichenden Wirkung mehr zu rechnen. Hier und in Anlagen, wo zur Ausdünnung bereits ein sichtbarer Befallsdruck vorliegt, empfehlen wir noch eine Anschlussbehandlung mit einer ½ Aufwandmenge eines Granulosevirus-Präparates (WZ = F).
In frühen Lagen ist ab Monatsmitte (=Anfang/Mitte nächster Woche) mit den ersten Faltern der 2. Generation zu rechnen. Der erste Larvenschlupf dürfte dann ab 25. Juli / Ende Juli stattfinden. Die Bekämpfung der 2. Generation sollte deshalb zu diesem Zeitpunkt mit einem Larvizid beginnen. In Anlagen, wo bisher nur eine geringe Vermadung festgestellt wurde, kann mit Granulosevirus Präparaten weiterbehandelt werden. Als Anhaltspunkt gilt hier eine Befallsrate von kleiner 0,3 %, d.h. eine vermadete Frucht auf 300 Früchte. Bei Anlagen mit starkem Befallsdruck empfehlen wir den Einsatz von Steward (0,085 kg*, B4, max. 4x, WZ 7 Tage), dessen Wirkstoff bei Vermarktung über den LEH zu berücksichtigen ist.

Spinnmilbe-/Rostmilbe:
Wo ein verstärkter Befall auftritt, wird der Einsatz von Milbeknock 0,625 l* (B1, max. 2x, WZ 14 Tage) empfohlen: nur Soloeinsatz, mit mind. 250 l Wasser/ha + mKH, mehrere Tage Abstand zu Niederschlagsereignissen oder Beregnungsperioden einhalten, 5 Tage Abstand zu Captan Behandlungen, nicht bei empfindlichen Sorten wie Golden Delicious oder Kanzi einsetzen.

Stippebehandlungen:
Die zur Zeit vorherrschenden Temperaturen ermöglichen den effektiven Einsatz von Kalzium Präparaten zur Stippevorbeugung.

Regalis Anwendungen:
Wenn bei wieder durchtreibenden Anlagen eine weitere Splittingbehandlung mit z. B. Regalis Plus erwogen wird, darauf achten, dass die Wartezeiten eingehalten werden. Durchtreibende Anlagen fördern mit ihrem jungen Laub weiteren Mehltau- und Schorfbefall.

Zulassungsverlängerung:
Milbeknock bis zum 31.07.2021

Termine:
Sommerbegehung des BZOV zum Thema Zwetschge am 23. Juli 2019 um 17 Uhr in der neuen Zwetschgen-Versuchsanlage des OGM in Fautenbach, Beschilderung ab Friedhof Mösbach, da Zufahrt von Fautenbach gesperrt. Themen: Sortensichtung, Vergleichspflanzung Tellerkrone vs. Spindel bei Sorten und Klone, ma-schineller Schnitt, aktuelle Pflanzenschutzsituation.

Testung von Injektordüsen
Das LTZ Augustenberg, Abteilung Pflanzenschutztechnik, sucht einen Obstbaubetrieb, der eine Injektordüse der Herstellerfirma ARAG (Italien) für den Rest der Saison testen kann. Insgesamt sollten ca. 20 ha Fläche in der noch laufenden Saison damit behandelt werden. Die Düse ist eine Kurzbauform ähnlich der IDK (von Lech-ler) bzw. CVI (von Albuz) mit der Größe ISO 03 (blau). Die Testung mit anschließender Beurteilung und Aus-wertung ist Voraussetzung, dass eine Düse in das JKI Verzeichnis zu amtlich anerkannten verlustmindernden Pflanzenschutzgeräten und Einrichtungen aufgenommen wird. Mit dieser Düsengröße wird je nach Düsenanz-ahl am Gerät eine Wassermenge zwischen 500 und 650 l pro ha ausgebracht. Bei Interesse setzen Sie sich bitte mit Herrn Beuschlein (mob.: 0162-2544593) in Verbindung.

Nächster Warndienst erscheint nach Bedarf.

Die Angaben ersetzen nicht die Gebrauchsanleitung, insbesondere sind die Anwendungsbestimmungen zu beachten. Alle Angaben entsprechen dem aktuellen Kenntnisstand der Verfasser. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für Irrtümer oder Nachteile, die sich aus den Empfehlungen ergeben könnten, wird nicht übernommen.

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