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Infodienst Kernobst Nr. 28/ 2020

Datum: 10.07.2020

Witterung:
Für die kommenden Tage wird weiterhin niederschlagfreie Witterung vorhergesagt. Die Temperaturen gehen am Samstag auf 23 ºC zurück, um dann zum Wochenanfang auf 28/29 ºC anzusteigen.

Apfelwickler:
Bei der Bonitur unseres Apfelwicklerversuches am 08. Juli wurden in den unbehandelten Parzellen auch noch junge Larven aus der 1. Generation gefunden, die sich zum Monatswechsel eingbohrt hatten. Mit den An-schlussbehandlungen nach den Coragen-Behandlungen (s. hierzu letzten WD) konnten diese in den Anlagen abgestoppt werden.
In frühen Lagen wurden Anfang Juli die ersten Falter der 2. Generation in den Pheromonfallen gefangen.
Dass es sich bei den frühen Einbohrungen Anfang/Mitte Mai in einigen Anlagen um Befall durch den Boden-seewickler handeln könnte (s. WD Nr. 24), wurde durch Untersuchungen widerlegt. Vielmehr handelte es sich um sehr frühe Vertreter des Apfelwicklers, die jetzt als 2. Generation erneut auftreten. Deshalb muss in sol-chen Anlagen wie auch in Anlagen mit bekanntem Befallsdruck mit einem höheren Anfangsbefall durch die 2. Generation gerechnet werden. Zum Wochenende können hierzu erste Einbohrungen stattfinden.
Hier empfehlen wir jetzt eine Behandlung mit einem Granulosevirus (GV) Präparat wie z.B. Carpovirusine in ¾ der vollen Aufwandmenge oder Steward 0,085 kg* (B1, blühende Fahrgassen (Weißklee!) vorher mulchen, max. 4x). Die Wirkungsdauer beträgt bei GV-Präparaten ca. 7 Sonnentage (ein durchgängig bewölkter Tag = ½ Sonnentag) bzw. bei Steward ca. 10 Tage. Bei Steward ist der Wirkstoff bei Vermarktung über LEH oder Großhandel zu berücksichtigen, bei GV-Präparaten nicht.
Bei geringerem Befallsdruck empfehlen wir den Einsatz von GV Präparaten ab Mitte/Ende nächster Woche mit ½ Aufwandmenge.

Blutlaus:
In zahlreichen Anlagen ist Blutlaus in unterschiedlicher Stärke vorhanden. Die Parasitierung ist nun ebenfalls in vollem Gang, zu erkennen an dem Wegfall der Wachswolle und den schwarzen, parasitierten Läusen mit Ausbohrloch durch die Schlupfwespe. Auch sind zahlreiche Ohrwürmer als Gegenspieler präsent. Vor einer geplanten Behandlung sollte die Befallsentwicklung oder –abnahme berücksichtigt werden.

Spinnmilben/Rostmilben:
Kontrollieren Sie die Anlagen regelmäßig. Sieh hierzu auch die Hinweise im WD Nr. 26. Bei Bedarf wenden Sie sich an die Beratung.

Vorernte Fruchtfall bei Kernobst:
Bei Sorten mit Neigung zum Vorerntefruchtfall können 1-2 Behandlungen mit z.B. ProAgro Naa oder Fixor (beide 50 ml*, WZ 7 Tage, max. 2x) im Abstand 14 und 7 Tage vor Erntebeginn vorgenommen werden. Anwendung morgens, um bei höherer Luftfeuchte und langsamer Antrocknung eine bessere Aufnahme zu erreichen. Nicht vor Hitzeperiode behandeln. Wirkung setzt nach ca. 7 Tage ein und hält ca. 2 Wochen an. Beachten sie die Reifeentwicklung und den früheren Erntebeginn in diesem Jahr.

Der nächste Warndienst erscheint bei Bedarf.

Die Angaben ersetzen nicht die Gebrauchsanleitung, insbesondere sind die Anwendungsbestimmungen zu beachten. Alle Angaben entsprechen dem aktuellen Kenntnisstand der Verfasser. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für Irrtümer oder Nachteile, die sich aus den Empfehlungen ergeben könnten, wird nicht übernommen.

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