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Infodienst Kernobst Nr. 31/ 2019

Datum: 11.10.2019

Witterung:
Zum Ende der Woche bis einschließlich Montag wird eine warme Witterung vorhergesagt mit Ta-geshöchstwerten um die 25 °C. Die Nächte bleiben auch in der kommenden Woche mild. Regen tritt voraussichtlich erst ab Dienstag auf.

Obstbaumkrebs:
Wir empfehlen nach der Ernte eine Behandlung mit Malvin WG 0,6 kg* (NE, max. 3x). Für Folge-behandlungen zum Blattfall (1/3-50 % bzw. gegen Blattfallende) können ferner kupferhaltige Präpa-rate eingesetzt werden: Cuprozin progress 1 l* oder Funguran Progress 1 kg* (für beide je max. 3x im NE Bereich). Die max. Rein-Kupferausbringmenge von 3 kg pro ha und Jahr beachten: dies ent-spricht z.B. 12 l Cuprozin progress bzw. 8,5 kg Funguran progress.

Triebsucht:
Solange die Symptome am Laub und, wo noch vorhanden, an Früchten sichtbar sind, empfehlen wir die Bäume mittels Astbruch oder Sprühfarbe zu markieren, um sie nach der Ernte bzw. in den Wintermonaten gezielter roden zu können. An eindeutig befallenen Bäumen sind vergrößerte und stark gezackte Nebenblätter an der Triebbasis oder an der Triebspitze von Durchtrieben sichtbar. Vorzeitiger Knospenaustrieb (Hexenbesen) an der Triebspitze tritt nur bei sehr starkem Befall auf. Besonders in jüngeren Anlagen empfehlen wir zur Minderung des Befalldruckes befallene Bäume zu roden.

Schorf:
In Anlagen mit Blattschorfbefall entstehen im Herbst an den jüngeren Blättern blattunterseits neue Schorfinfektionen (dunkle Mycelflecke). An diesen Stellen bilden sich bei Verwachsen zweier Be-fallsstellen über Winter die sog. Perithecien, in denen im Frühjahr die Winter- oder Ascosporen heranreifen. Findet keine ausreichende oder nur stark verzögerte Verrottung des Falllaubes statt, entsteht im Frühjahr ein hohes Ascosporenpotential für die eigene und für angrenzende Anlagen.
Deshalb sollten besonders dort, wo ein stärkerer Blattschorfbefall vorhanden ist, die Möglichkeiten zur Förderung der Zersetzung des Falllaubes genutzt werden. Dabei sind gemeinsame, nachbarlich abgestimmte Aktionen besonders sinnvoll:
• Harnstoffspritzungen zu Beginn des Blattfalls, 20-25 kg/ha auf 1-2 Behandlungen verteilt
• nach dem Laubfall die Blätter mit dem Stockräumer oder mit dem Gebläse der Spritze in die Fahrgasse befördern und mit dem Mulchgerät zerkleinern
• Einsatz von 100 kg Kalkstickstoff Ausgangs Winter (ca. Mitte/Ende Februar) zum Verätzen der Fruchtkörper

Mäusebekämpfung:
Vorbeugende Maßnahmen unbedingt ergreifen, z.B.:
• Fallobst beseitigen
• Mulchrasen in den Fahrgassen kurz halten
• Baumstreifen frei von Bewuchs halten (s.u.)
• Randstreifen und Böschungen mulchen, um den Mäusen Rückzugsräume zu nehmen
• Sitzstangen für Greifvögel aufstellen/ reparieren

Feldmäuse
Zur direkten Bekämpfung eignen sich Schlagfallen oder Giftweizen- bzw. Giftlinsen-Präparate auf Basis von Zinkphosphid. Giftweizen und Köder müssen verdeckt ausgebracht werden! Hierbei z.B. den Giftweizen mittels Legeflinte mit 5 Körnern pro Mäuseloch bei trockener Witterung ablegen. Bei der Anwendung von Mausködern pro Köderstation 100 g verwenden.
Wühlmäuse
Die Bekämpfung erfolgt mit Fallen oder verdeckt mit Produkten auf Zinkphosphid-Basis. In sehr kleinparzellierten Gemarkungen ist die gemeinschaftliche Mäusebekämpfung sinnvoll.
Auf großen Flächen ist die Ausbringung von Wühlmausködern mit dem Wühlmauspflug möglich. Vorgewende und Randstreifen auch mit Ködern bestücken.
Hier gilt ein Bekämpfungsrichtwert von 10-20 Tieren je ha. Die Befallskontrolle ist über die Ver-wühlprobe möglich: Löcher öffnen und markieren. Am Folgetag wieder verschlossene Löcher zäh-len und Befall auf einen Hektar hochrechnen.

Unkrautbekämpfung:
Bei verunkrauteten Baumstreifen sollte nach der Ernte, aber rechtzeitig vor einsetzendem Blattfall, eine Behandlung erfolgen. Bei stärkerer Verunkrautung oder hohem Unkrautbewuchs ist vor einem Herbizideinsatz eine mechanische Bekämpfung z.B. mit der Motorsense nötig.
Bei Einsatz Glyphosat-haltiger Mittel sind deren Anwendungsbestimmungen zu beachten. Zugelas-sen nach der Ernte ist Kyleo 5 l/ha (2,4 D + Glyphosat) sowie während der Vegetationsperiode Roundup Express 3,75 l/ha bzw. ganzjährig Roundup Rekord mit 2,5 kg/ha. Werden bei der An-wendung grüne, unverholzte Pflanzenteile (z.B. tiefhängende Äste, Wurzelschosser) getroffen, können im Folgejahr Schäden auftreten. Alle Mittel dürfen nur 1x/Saison eingesetzt werden. Bei Einsatz zweier verschiedener Mittel muss ein Abstand von 40 Tagen eingehalten werden, wenn mehr als 2,9 kg Glyphosat pro ha in Summe ausgebracht wird.

Veranstaltungshinweise:
Europäische Spargel-Erdbeerbörse ExpoSE am 20. und 21.11.2019 in der Messe Karlsruhe
Augustenberger Obstbautag am 26.11.2019 in Karlsrue Grötzingen
Waldulmer Obstbautag am Mo 13.01.2020 in Kappelrodeck.

Nächster Warndienst erscheint nach Bedarf.

Die Angaben ersetzen nicht die Gebrauchsanleitung, insbesondere sind die Anwendungsbestimmungen zu beachten. Alle Angaben ent-sprechen dem aktuellen Kenntnisstand der Verfasser. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für Irrtümer oder Nachteile, die sich aus den Empfehlungen ergeben könnten, wird nicht übernommen.

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