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Infoservice Weinbau Nr. 08

Datum: 14.05.2020

Entwicklungsstand

Die Niederschläge seit der letzten Info waren extrem wichtig und brachten auch an allen Wetterstationen im Beratungsgebiet etwa 20 mm und mehr. Die Frostnacht von Montag auf Dienstag führte in den tieferen Lagen und Senken meist zu Verbrennun-gen im Blattbereich ohne nennenswerten Schaden. Örtlich und in wenigen Flächen ist eine Abschließende Bewertung aber wohl erst nach dem Wochenende zu treffen. In der Regel sehen wir Triebe bei denen die Triebspitze noch hängt, die Triebe an sich aber noch aufrecht stehen. Lediglich das 3 – 5 Blatt sind häufig verbrannt, hier wird es zur Geizbildung und damit mehr Aufwand kommen. Die Gescheine scheinen in der Regel vital, jedoch sollte man hier, wie gesagt, mit einer Bewertung bis nach dem Wo-chenende warten. Wichtig ist in diesen Anlagen nun: Füße stillhalten und abwarten. Keine Entfernung geschädigter Triebe oder Blätter und kein Aktionismus durch eine gesonderte Gabe von Blattdünger. Ich würde behaupten das wir mit dem berühmten blauen Auge davon kamen. Die Wetterprognose zeigt zum Wochenende hin, steigende Temperaturen und ein aufklaren.

Diese Bilder wurden in derselben Anlage aufgenommen und zeigen schön die Frostkante. Das linke Bild zeigt den Blick nach oben, hier stehen die Triebspitzen und das Laub zeigt sich meist vital. Das rechte Bild zeigt den Blick nach unten und wir erkennen hängende Triebspitzen und geflämmte Blätter. Ein Frostereignis wie aus dem Lehrbuch.

Rebschutz

Traubenwickler


Durch die kalten Nächte ist der Flug des Traubenwicklers auf ein sehr geringes Niveau abgesunken. Die genauen Zahlen können bei den Rebschutzwarten oder unter http://monitoring.vitimeteo.de/ abgerufen werden.

Peronospora


Trotz der niedrigen Temperaturen kann die Primärinfektion durch die Peronospora am vergangenen Montag nicht ausgeschlossen werden. Durch die Behandlungen letzte Woche konnte diese aber meist gut abgefangen werden. In einigen Gemarkungen war die Primärinfektion bereits am 01.05. möglich, diese Inkubationszeit sollte bereits abge-laufen sein und mögliche Infektionen durch Ölflecke sichtbar. Ich bitte um Meldung falls Sie einen Ölfleck entdecken. Nun folgen wir der Kontaktstrategie mit Behand-lungsabständen von 10-12 Tagen mit Blick auf die Witterung. Bei der nächsten Be-handlung kann ein Kontaktmittel wie Folpan 80 WDG (0,8 kg/ha), Polyram WG (1,6 kg/ha), oder Delan WG (0,4 kg/ha) zum Einsatz kommen. Der Einsatz von phosphonat-haltigen Mitteln ist zu empfehlen Bsp. Veriphos (3 l/ha).

Oidium


Je nach fortschreiten des Wachstums, kann bei der nächsten Behandlung letztmalig Netzschwefel (4 – 5 kg/ha je nach Produkt) zum Einsatz kommen. Bei Anlagen mit Vor-jahresbefall oder Blühbeginn sollte bei der kommenden Behandlung die Umstellung auf ein organisches Fungizid wie Dynali (0,4 l/ha), Prosper TEC (0,66 l/ha), Vivando (0,16 l/ha) oder Talendo (0,2 l/ha) erfolgen. Aufgrund der Milbensituation ist der Zusatz von Netzschwefel (4 kg/ha) weiterhin ratsam.
Phomopsis
Wird bei der kommenden Behandlung miterfasst.

Die Mittelmenge errechnet sich aus dem Basisaufwand x2.

Die Wasseraufwandmenge liegt bei 600-800 l/ha.

Weinbauliche Hinweise


In fortgeschrittenen und windbruchgefährdeten Anlagen beginnt das Heften der Anlagen. Einige frühe Standorte kitzeln schon den obersten Draht.
Mit dem vergangenen Niederschlag können auch geplante Einsaaten noch durchgeführt werden.
Es freut mich, immer mehr Anlagen zu sehen die alternierend gemulcht werden, gerne noch mehr davon.

Die nächste Weinbauinfo erscheint voraussichtlich und vegetationsabhängig in KW 21.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Johannes Werner

Weinbauberater

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