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Infoservice Weinbau Nr. 16

Datum: 23.07.2020

Entwicklungsstand

Die Niederschläge letzte Woche haben zu einer Erfrischung der Bestände geführt. Wir hangeln uns mal wieder von Regen zu Regen. Diese Situation ist allerdings immer Gemarkungsabhängig. Für eine Entspannung des vorhandenen Wasserdefizites wa-ren die Niederschläge aber zu gering. Wasserstress ist in den meisten, besonders in den älteren Anlagen, noch kein Problem. In jüngeren oder bekannten Trockenstandor-ten sollte aber mit wachem Auge die kommenden Tage und Wochen beobachtet wer-den. Eine Wassergabe oder entlasten junger Anlagen durch Ertragsreduktion kann durchaus möglich werden. Die Färbung, besonders in frühen Sorten nimmt nun deut-lich zu. Auch die ESCA-Symptome sind seit etwa 14 Tagen nun wieder vermehrt er-kennbar. Die mittelfristige Wetterprognose zeigt weiterhin sommerliche Temperaturen bis über 30°C mit gelegentlichen Wärmegewittern.

Rebschutz

Peronospora

Von den wenigen gefundenen Peroflecken im oberen Teil der Laubwand geht eigent-lich keine Gefahr mehr aus. Gegen Pero wird zum Abschluss der regulären Pflanzen-schutzsaison nochmals die Kontaktvariante empfohlen. Es kommt ein Kupferpräparat wie bspw. Funguran progress (2 kg/ha, WZ 21 Tage), Cuprozin progress (1,6 l/ha, WZ 21 Tage) oder Airone SC (2,6 l/ha, WZ 21 Tage) zum Einsatz (Wer das Kupfersplitting durchgeführt hat oder durchführt nimmt den Basisaufwand x2). Alternativ können auch organische Mittel mit kurzer Wartezeit eingesetzt werden bspw. Mildicut (4 l/ha WZ 21 Tage) achten Sie hier aber auf die Vorgaben Ihres Vermarktungsbetriebes. Auf-grund der diesjährigen fast durchgehenden Kontaktstrategie, sollte die maximale An-zahl an Anwendungen eines Mittels im Auge behalten werden.

Oidium

Die Meldungen von leichtem Mehltaubefall steigen. Gerade in unseren Steillagen fin-den wir oft an den obersten Stöcken oder versteckten Trauben leichten Befall. Eine Befallskontrolle sollte in jedem Fall durchgeführt werden. Dort wo zum jetzigen Zeit-punkt kein Befall festgestellt wird, ist aufgrund der abnehmenden Empfindlichkeit nun auch weniger zu befürchten. Zum Abschluss wird z.B. Topas (Wirkstoffgruppe G, 0,32 l/ha, WZ 35 Tage), Systhane 20 EW (Wirkstoffgruppe G, 0,24 l/ha, Wartezeit 28 Tage) oder alternativ auch Kumar (5 kg/ha, WZ 1 Tag) oder Vitisan (6-8 kg/ha + Wetcit) zum Einsatz kommen. Beim Einsatz der Kaliumhydrogencarbonate ist besonders auf die Witterung zu achten. Bei Temperaturen ab 25°C kann es zu Verbrennungen an den Blättern und Berostung an den Trauben kommen.

Botrytis

Im Vordergrund der Botrytisbekämpfung stehen die weinbaulichen Maßnahmen, wel-che für eine luftige, lockere und gesunde Traubenzone zu Fäulnisvermeidung durch-geführt werden sollen. Einige Sorten sind dieses Jahr durch Mischbeerigkeit, lockere Traubenstruktur und geputztes Stielgerüst tendenziell weniger anfällig für Botrytis. An-dere Sorten wie beispielsweise der Riesling zeigen sich eher kompakter auch Lagen mit guter Wasserversorgung oder auch Selektionsanlagen KÖNNEN zur Risikoabsi-cherung mit einem Botrytizid behandelt werden. Es kann ein Mittel wie: Teldor, Prolec-tus, Cantus oder Switch zum Einsatz kommen. Wer nur die Traubenzone behandelt kommt mit der halben Aufwandmenge aus. Wenn dies die zweite Behandlung mit ei-nem Botrytizid darstellt muss auf den Wirkstoffwechsel geachtet werden. Bessere Wir-kung hat, wer jede Zeile fährt. Achten Sie auch hier auf die Vorgaben Ihres Vermark-tungsbetriebes.

Die Mittelmenge errechnet sich aus dem Basisaufwand x4 je nach Entwicklungs-stadium.
Die Wasseraufwandmenge liegt bei 800 l/ha.
Beachten Sie die Gebrauchsanleitung und besonders die Auflagen und Anwen-dungsbestimmungen mit Hinweisen zur persönlichen Schutzausrüstung und Wieder-betretungsfristen der einzelnen Pflanzenschutzmittel.

Einige Betriebe haben die Abschlussbehandlung bereits durchgeführt. Für die restli-chen Betriebe wird es in den kommenden Tagen soweit sein. Ein späterer Termin ist durch den derzeitigen Gesundheitszustand und Reifestadium aus fachlicher Sicht nicht gerechtfertigt.

Kirschessigfliege

Nun da sich die frühen roten Rebsorten färben, steigt auch wieder die Gefahr durch die KEF. Gerade in diesen Anlagen ist ein Augenmerk auf die bekannten vorbeugen-den Maßnahmen zur Vermeidung eines Befalles zu legen. Achten Sie aber bei der Durchführung auch auf die Witterung. Das Beerenmonitoring des WBI´s wird im Au-gust wieder starten. Informationen über die Flugaktivität können unter Vitimeteo bezo-gen werden. Falls eine Behandlung notwendig werden sollte, werden Sie informiert.

Die nächste Weinbauinfo erscheint nun situationsbedingt.

Mit freundlichen Grüßen
gez. Johannes Werner
Weinbauberater

Landratsamt Ortenaukreis
Amt für Landwirtschaft
Prinz-Eugenstr. 2
77654 Offenburg
Tel.: 0781 805 7206
Fax.: 0781 805 7200
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