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Warndienst Stein- und Beerenobst Nr. 30/ 2020

Datum: 30.09.2020

Witterung

Heute und morgen bleibt es voraussichtlich trocken bei Temperaturen bis 20 °C. Ab Freitag zunehmend unbeständig bei rückläufigen Temperaturen.

Beikrautregulierung im Stein- und Strauchbeerenobst

Bei starker Verunkrautung kann in Steinobst sowie Johannisbeeren, Stachelbeeren und Heidelbeeren Roundup Rekord 2,5 kg/ ha (Ausbringung mit Abschirmung) ausgebracht werden. Eine Behandlung sollte zur Vermeidung von Kulturschäden bei Strauchbeeren vor dem Schnitt oder frühestens 6 Wochen nach dem Schnitt gemacht werden. Hinweis: Nur Roundup Rekord kann ganzjährig eingesetzt werden. Andere Glyphosat-haltige Herbizide dürfen nur im Frühjahr und Sommer eingesetzt werden.

Bei Strauchbeeren kann gegen Gräser Select 240 EC 0,75 l + Radiamix 1 l oder Fusilade Max 1 l, gegen Quecke max. 2 l eingesetzt werden. Gegen zweikeimblättrige Unkräuter ist der Einsatz von U 46 M fluid 2 l (§ 22) mögich.

Bei stärkerer Verunkrautung oder hohem Unkrautbewuchs ist vor einem Herbizideinsatz eine mechanische Bekämpfung, z.B. mit der Motorsense nötig.

Erdbeeren: Rote Wurzelfäule

Infektionen erfolgen bei Bodentemperaturen unter 10 ºC. Es wird eine Bandbehandlung von 20 cm mit Aliette WG 1 g pro laufenden Meter in 100 ml Brühe empfohlen. Alternativ kann zur Pflanzenstärkung eine Bandbehandlung mit einem Phosphonat-haltigen Blattdünger (z.B. Phosfik, Lebosol Kali Plus u.a. 1-1,5 ml/lfm in 100 ml Brühe) durchgeführt werden.

Stein- und Beerenobst: Mäusebekämpfung

Die Mäusepopulationen sind sehr hoch.

Vorbeugende Maßnahmen unbedingt ergreifen, z.B.:

  • Mulchrasen in den Fahrgassen kurz halten
  • Baumstreifen frei von Bewuchs halten
  • Fallobst beseitigen!
  • Randstreifen und Böschungen mulchen, um den Mäusen Rückzugsräume zu nehmen
  • Sitzstangen für Greifvögel aufstellen/ reparieren

Feldmäuse:

Zur direkten Bekämpfung eignen sich Schlagfallen oder Giftweizen- bzw. Giftlinsen-Präparate mit dem Wirkstoff Zinkphosphid. Giftweizen und Köder müssen verdeckt ausgebracht werden! Hierbei z.B. den Giftweizen mittels Legeflinte mit 5 Körnern pro Mäuseloch ablegen. Bei der Anwendung von Mausködern pro Köderstation 100 g verwenden.

Die Befallsdichte kann wie folgt festgestellt werden: innerhalb der Obstanlage auf einer Fläche von ca. 250 m² (16x16 m) alle Mauselöcher zutreten und mit einem Stab markieren. Am Folgetag die wieder geöffneten Löcher zählen. Wenn mehr als 2 Löcher wieder geöffnet sind, ist eine Bekämpfung notwendig.

Wühlmäuse:

Die Bekämpfung erfolgt mit Fallen oder verdeckt mit Produkten auf Zinkphosphid-Basis. In sehr kleinparzellierten Gemarkungen ist die gemeinschaftliche Mäusebekämpfung sinnvoll.

Auf großen Flächen ist die Ausbringung von Wühlmausködern mit dem Wühlmauspflug möglich. Vorgewende und Randstreifen auch mit Ködern bestücken.

Hier gilt ein Bekämpfungsrichtwert von 10-20 Tieren je ha. Die Befallskontrolle ist über die Verwühlprobe möglich: Löcher öffnen und markieren. Am Folgetag wieder verschlossene Löcher zählen und Befall auf einen Hektar hochrechnen.

Umfrage zur Erfassung von Traktoren für den Einsatz im Pflanzenschutz

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat in Zusammenarbeit mit der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft (SVLFG)und dem JuliusKühn-Institut (JKI) ein Forschungsprojekt zum Schutzniveau von Fahrerkabinen beim Einsatz im Pflanzenschutz gestartet. Das Projekt umfasst, neben experimentellen Messungen an Traktoren im praktischen Einsatz, eine Umfrage, die darauf abzielt, einen besseren Überblick über den aktuellen Bestand an Traktoren und Selbstfahrern in Deutschland zu erhalten. Das BVL bittet daher um Beteiligung an der Umfrage zur Erfassung von Traktoren und Selbstfahrern im Pflanzenschutz. Der Fragebogen wurde von der SVLFG in Zusammenarbeit mit dem JKI und dem BVL entwickelt. Der dadurch gewonnene Überblick soll dabei helfen, die aktuelle Situation in der praktischen Landwirtschaft besser einordnen zu können. Das BVL kann als Zulassungsbehörde für Pflanzenschutzmittel somit bei künftigen Entscheidungen auf statistisch abgesicherte Erkenntnisse über den Bestand von Fahrzeugen und Fahrerkabinen im Pflanzenschutz zurückgreifen. Die SVLFG hat die Umfrage zur Erfassung von Fahrerkabinen im Pflanzenschutz (https://www.svlfg.de/umfrage-pflanzenschutz) als Internet-Fragebogen angelegt. Die Bearbeitung nimmt ca. 10 Minuten in Anspruch. Die Umfrage ist anonym.

Der nächste Warndienst erscheint bei Bedarf.

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