Warndienst Stein- und Beerenobst 04/21

Wetter und Vegetation

Die Phase bis letztes Wochenende mit Temperaturen bis 15 °C hat zu einem deutlichen Knospenschwellen bei Pfirsich und Nektarine und bei Myrobalane (Blutpflaume in Hecken) geführt.

Die aktuelle Dauerfrostphase hält bis voraussichtlich Montag an. Danach sind wieder Tageshöchstwerte bis 10 °C bei nur noch geringem Nachtfrost gemeldet.

Bei dem aktuellen Wetter sollte trotz sonniger Tage im gesamten Steinobst auf Schnittmaßnahmen verzichtet werden. die Gefahr für schlechte Wundverheilung sowie Krankheitsinfektionen, v.a. Pseudomonas ist zu groß.

In empfindlichen Zwetschgen- und Kirschensorten steigt infolge der kalten Nachttemperaturen gepaart mit Erwärmung der Sonnenseite des Stamms untertags zudem die Gefahr für Rindenrisse. Pseudomonasinfektionen können die Folge sein.



Steinobst: Pseudomonas Bakterienbrand

Wo im Herbst keine Behandlung mit einem Kupfermittel erfolgt ist, sollte dies Anfang nächster Woche bei Wiedererwärmung erfolgen. Die Behandlung wird besonders in Neupflanzungen ohne weißem Stammanstrich und wüchsigen Junganlagen empfohlen. Zugelassen ist Cuprozin progress 1,4 l*.



Stammschutz mit Kunststoffspiralen

Bei Neupflanzungen werden bei Hochstämmen zum Wildverbissschutz u.a. weiße Kunststoffspiralen eingesetzt. Um eine mehrjährige Wirkung zu gewährleisten sollte die Spirale je nach Stammhöhe an zwei bis drei Stellen zusätzlich mit einer Schnur angebunden werden. Andernfalls kann sie sich lösen und liegt dann als unansehnlicher Müll in der Feldflur oder wird beim Mulchen unbeabsichtigt zerkleinert.



Johannisbeerglasflügler: Flächen für Verwirrungsprojekt gesucht

Der Befall durch Glasflügler nimmt v.a. in Anlagen mit Roten Johannisbeeren in den letzten Jahren in der Region wieder zu. Schwarze Johannisbeeren und Stachelbeeren können ebenfalls befallen werden. Die jungen Räupchen bohren sich über Schnittwunden in das Mark der Triebe und führen so zum Absterben der Triebe. Zur Bekämpfung ist aktuell kein Mittel zugelassen.

In anderen EU-Staaten ist das Verwirrverfahren mit Pheromondispensern (wie bei uns gegen Wickler im Apfel- oder Weinbau) zugelassen.

Im Rahmen eines Projekts soll das Verwirrverfahren gegen Johannisbeerglasflügler überprüft werden. Bisher liegen Meldungen für fast 20 ha Fläche vor. Weitere Betriebe können sich melden.

Geeignet zur Verwirrung sind möglichst große oder zusammenhängende Flächen von Johannis- und Stachelbeeren. Die Mindestfläche sollte 0,5 ha betragen.

Bei Interesse und für weitere Informationen wenden Sie sich an: Matthias Bernhart unter 0152-22543908 oder matthias.bernhart@ortenaukreis.de.



Der nächste Warndienst erscheint bei erneuter Infektionsgefahr durch die Kräuselkrankheit.



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