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Warndienst Stein- Beerenobst Nr. 08/ 2020

Datum: 18.03.2020

Wetter und Vegetationsentwicklung

Bis zum Freitag erwartet und Frühlingswetter mit Tageshöchstwerten von knapp 20 °C. Am Freitag Bewölkung und Regenschauer. Ab dem Wochenende Abkühlung, Bodenfrost ist sehr wahrscheinlich, Nachtfröste sind nicht auszuschließen. Die Zwetschgen beginnen zu blühen, Bei frühen Johannisbeeren und Stachelbeeren schieben die Blättchen kräftig.

Steinobst & Strauchbeeren: Frostspanner

Die Falterfangzahlen im Winter waren wieder ansteigend. Der Schlupf der Räupchen setzt nun ein. Die Kulturen sind in regelmäßigen Abständen auf Fraßsymptome zu kontrollieren. Dabei v.a. Anlagen in Waldrandnähe oder mit vorjährigem Befall im Auge behalten. Wichtiger Hinweis: Eine Bekämpfung mit Steward während der Blüte ist nicht mehr möglich! Genauere Infos zum Befallsdruck und Bekämpfung folgen in den nächsten Warndiensten.

Wichtiger Hinweis zu Steward:

Die Einstufung des Insektizids Steward (Wirkstoff Indoxacarb) wurde vom BVL hinsichtlich der Bienengefährdung geändert auf NB6611 (B1). Steward darf ab sofort nicht auf blühende oder von Bienen beflogene Pflanzen – auch Unkräuter – ausgebracht werden. Diese Auflage gilt auch bei der Anwendung des Mittels aus Verpackungen, die diese geänderte Kennzeichnungsauflage nicht ausweisen. Um Inkonsistenzen zur neuen Bienenkennzeichnung zu vermeiden, wurden zusätzlich bei bestimmten Obst- und Weinbauanwendungen von STEWARD Anpassungen zum Anwendungszeitpunkt vorgenommen. Nähere Informationen zu den Anwendungszeitpunkten im Obstbau folgen.

Steinobst: Ungleicher Holzbohrer

Es wird an das Aufhängen von Alkoholfallen in Befallslagen und das regelmäßige Nachfüllen von Alkohol erinnert, s. WD Nr. 07 vom 10.03.

Zwetschgen, Mirabellen: Kleine Pflaumenlaus

Heute und morgen bieten sich noch gute Bedingungen für eine Anwendung von Pirimor Granulat 0,25 kg*, falls noch keine Behandlung erfolgt ist.

Blütenmonilia: Für Freitag sind Schauer gemeldet. In die beginnende Blüte/ Vollblüte wird eine Behandlung mit z.B. Systhane 20 EW 0,225 l*, Score 0,075 l* oder Switch 0,3 kg* empfohlen.

Rote Spinne und Napfschildläuse: Eine Bekämpfung mit Paraffinöl muss vor Blühbeginn erfolgt sein. In Spätlagen kann dazu der heutige Tag noch genutzt werden. Eine spätere Anwendung ist wegen der für Freitag gemeldeten Niederschläge und der möglichen Nachtfröste ab Sonntag nicht sinnvoll. Mittel: Para Sommer 15 l* oder Promanal Neu 10 l* (Indikation Wintereier Rote Spinne). Vorhandene Napfschildläuse werden miterfasst.

Pflaumensägewespen: In bekannten Befallslagen sollten umgehend weiße Leimtafeln aufgehängt werden. Bei Vorhandensein von Sägewespen kann eine kombinierte Bekämpfung von Sägewespen und Blattläusen mit z.B. Calypso 0,1 l* bis Ende der Blüte erfolgen.

Rostmilben: In Befallslagen kann vor Blühbeginn eine Behandlung mit z.B. Kumulus WG 1,5 kg* erfolgen. Während der Blüte keine Schwefelmittel einsetzen. Bis Blühende ist eine Behandlung mit Kiron 0,75 l* möglich.

Johannisbeeren und Stachelbeeren: Mehltau

Wenn noch nicht erfolgt wird bei Entfaltung der ersten Laubblätter eine erste Behandlung mit einem Netzschwefelmittel, z.B. Kumulus WG 5 kg empfohlen. Abstand zu Ölbehandlung von sieben Tagen einhalten. Nach einer Ölbehandlung kann mit kürzerem Abstand eine Behandlung mit Flint 0,2 kg erfolgen.

Stockausschläge: Je nach Sorte und Lage schieben schon kräftig Bodentriebe. Diese können bei einer Höhe von 5cm mit Quickdown 0,8 l/ha + Toil 2 l/ha abgebrannt werden.

Johannisbeere, Heidelbeere: SJS, Napfschildläuse

Bei spät austreibenden Sorten, z.B. Rovada ist eine Ölbehandlung noch problemlos möglich. Bei Stachelbeeren oder Haronia ist eine Behandlung nur vor der Blüte möglich.

Bei Befall wird eine Behandlung mit Promanal Neu 20 l (§ 22) bevorzugt heute, spätestens morgen früh empfohlen. Es sollte am Tag der Behandlung und mindestens die beiden Tage danach weitestgehend niederschlagsfrei und frostfrei bleiben.

Erdbeeren im Tunnel: Botrytis

Es wird an die erste Behandlung mit Switch 1 kg bei ca. 15% offener Blüten erinnert. Lüftung der Tunnel für ein Abtrocknen der Bestände konsequent weiterführen.

Erdbeeren mit Doppelabdeckung

Die Blütenstände schieben. Bestände auf Blattläuse, Spinnmilben und Raupenfraß kontrollieren.

Blattläuse: Bei Befall vor der Blüte eine Behandlung mit Pirimor Granulat 0,75 kg oder Calypso 0,25 l einplanen. Bei Vorhandensein der Grünstreifigen Kartoffelblattlaus (erkennbar am dunkelgrünen Streifen auf dem Rücken) ist Pirimor einzusetzen. Calypso und Karate Z. sind nicht ausreichend wirksam gegen diese Blattlausart.

Erdraupen: Bei Erdraupenbefall ist der Zusatz von Steward 0,17 kg zum Blattlausinsektizid möglich. Alternativ kann Karate Zeon 0,075 kg mit gleichzeitiger Wirkung auf Läuse und Raupen eingesetzt werden.

Spinnmilben: Die Bestände sind nach der Herbstbehandlung weitestgehend befallsfrei in den Winter gegangen. Unter Vlies- oder Folienabdeckung können sich aus überwinternden Einzeltieren wieder Befallsherde entwickeln. Bestände kontrollieren. Für eine Bekämpfung wird Floramite 0,4 l empfohlen.

Die Bekämpfung von Läusen und Spinnmilben kann noch bis zum Gnomonia-Termin geschoben werden, sodass dann eine Applikation in Mischung mit dem Gnomoniafungizid erfolgen kann.

Gnomonia: Zum Schieben der Blütenstände wird eine Behandlung bevorzugt mit Score 0,4 l, alternativ mit Signum 1,8 kg empfohlen. Je nach Vegetationsfortschritt ist diese Behandlung noch diese Woche einzuplanen. Bei Verwendung von Signum ist darauf zu achten, dass noch keine Blüten offen sind. Andernfalls ist der Wirkstoff Boscalid zur Ernte auf den Beeren nachweisbar.

Terminhinweis:

Die für den 26. und 27. März vorgesehenen IP-Begehungen im Landkreis fallen aufgrund der aktuellen Corona-Situation aus.

Wichtige, aktuelle Informationen werden über den Warndienst mitgeteilt. Bei individuellen Fragestellungen wenden Sie sich an die Übergebietliche Pflanzenschutzberatung in Offenburg per mail oder Telefon:

Herr Bernhart: matthias.bernhart@ortenaukreis.de; mobil: 0152 – 2254 3908

Herr Beuschlein: hans-dieter.beuschlein@ortenaukreis.de; mobil: 0162 – 2544 593

Die Angaben ersetzen nicht die Gebrauchsanleitung, insbesondere sind die Anwendungsbestimmungen zu beachten. Alle Angaben entsprechen dem aktuellen Kenntnisstand der Verfasser. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für Irrtümer oder Nachteile, die sich aus den Empfehlungen ergeben könnten, wird nicht übernommen.

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