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Warndienst Stein- und Beerenobst Nr 13

Datum: 22.05.2019

Witterung und Vegetationsentwicklung

Seit Samstagabend sind im Gebiet zwischen 60 bis 120 l Regen gefallen. Fungizidbeläge sind überwiegend abgewaschen. Bis Mitte nächster Woche bleibt es voraussichtlich trocken bei Temperaturen knapp über 20° C. Das Trieb- und Fruchtwachstum ist immer noch stark. Jonkher van Tets beginnen rot zu werden. Die Erdbeerernte ist voll im Gang. Je nach Lage sind Wasserschäden und Platzer an Erdbeeren zu beklagen.

Kirsche: Kirschessigfliege

Erste Eiablage wurde auf gelb-rosa gefärbten Schüttelkirschen gefunden. In allen Frühkirschen sind ab Gelbfärbung der Früchte Eiablagen möglich. Die momentane Witterung ist für die Eiablage sehr günstig.

In allen gelb/ rosa umfärbenden Frühkirschen wird deshalb bis Samstag eine erste Behandlung mit Mospilan SG 0,125 kg* (Indikation Kirschfruchtfliege, Nebenwirkung Kirschessigfliege) empfohlen.

Spintor und Exirel haben noch keine Zulassung und dürfen nicht eingesetzt werden!

Kirschfruchtfliege: Der Flug hat letztes Wochenende begonnen. Falls noch nicht geschehen, eigene Gelbtafeln zur Kontrolle des Flugverlaufs umgehend aufhängen.

Maulbeerschildlaus: Die Crawler werden ab dem Wochenende schlüpfen. Es wird an die Behandlung mit Movento SC 100 (0,75 l*, max. 2,25 l/ ha) erinnert. Vorhandene Läuse werden miterfasst.

Schwarze Kirschenlaus: Vereinzelt ist eine Wiederbesiedlung der Triebspitzen zu beobachten. In wöchentlichen Abständen Triebspitzen auf Läusebefall kontrollieren. Vor Beginn von Honigtaubildung ist eine Behandlung mit Pirimor Granulat 0,25 kg* oder bei bereits eingedrehten Blättern mit Calypso 0,1 l* zu machen.

Rindenwickler: Der Flug hat begonnen. In Befallslagen sind ab dem Wochenende zwei Behandlungen mit Coragen (nur §22 Genehmigung, 0,0175 % = 17,5 ml pro 100 l Wasser) als Stammbehandlung einzuplanen. Darauf achten, dass dabei keine Früchte getroffen werden.

Fruchtmonilia: Bei Frühsorten eine Behandlung mit z.B. Signum 0,25 kg* (WZ 7 Tage) oder Teldor 0,5 kg* (WZ 3 Tage) auf rot gefärbte Früchte einplanen.

Gnomonia-Blattbräune: Wenn noch nicht erfolgt, wird eine letzte Behandlung mit z.B. Score 0,075 l* oder Signum 0,25 kg* mit Wirkung auf Schrotschuss empfohlen.

Bitterfäule: Der Infektionsdruck wird hoch eingeschätzt. In anfälligen Sorten (v.a. weichfleischige Sorten und Sauerkirschen) die Behandlung mit Malvin WG 0,6 kg* oder Merpan SC 1,25 l nach spätestens 14 Tagen wiederholen.

Pfirsich: Maulbeerschildlaus

Eine Bekämpfung mit Movento SC 100 wird bei vorhandenem Befall empfohlen, Anwendung s. Kirschen.

Zwetschgen, Pflaumen, Mirabellen: Rote Austernschildlaus

Bei Kontrollen ist aufgefallen, dass viele Zwetschgensorten befallen sind. Eigene Anlagen nochmals kontrollieren.

Die Eiablage unter den Mutterschilden ist im Gang. Mit dem Hauptschlupf ist im Lauf der nächsten Woche zu rechnen. Eine Behandlung mit Movento SC 100 (0,75 l*, max. 2,25 l/ ha) ist für Anfang nächster Woche einzuplanen.

Schrotschuss: Liegt die letzte Behandlung länger als 14 Tage zurück wird eine Belagserneuerung mit z.B. Systhane 20 EW 0,225 l* oder Score 0,075 l* empfohlen.

Johannisbeere/ Stachelbeere: Amerikanischer Stachelbeermehltau

Der Infektionsdruck durch den Mehltau ist weiterhin hoch. Es wird von erstem Befall berichtet. Behandlungen mit z.B. Flint 0,2 kg im Wechsel mit Fortress 250 0,3 l oder Systhane 20 EW 0,45 l im wöchentlichen Abstand fortsetzen.

Blattfallkrankheit/ Säulenrost: Die Krankheiten werden bei Behandlungen gegen Mehltau miterfasst. In weniger mehltauanfälligen Sorten wird eine weitere Behandlung mit z. B. Folicur 0,8 l oder Signum 1 kg mit gleichzeitiger Wirkung gegen Botrytis empfohlen.

Himbeere& Brombeere: Botrytis und Colletotrichum

Während der Blüte Behandlungen mit z. B. Switch 1 kg oder Signum 1 kg fortführen.

Himbeerblütenstecher: Bei abgeknickten Blütenknospen Calypso 0,2 l zur Befallsminderung einsetzen oder Nebenwirkung von Mospilan SG 0,25 kg ausnutzen.

Schnecken: In Neupflanzungen mit frischen Grünpflanzen vorbeugend Schneckenkorn, z.B. Sluxx 7 kg/ ha streuen.

Brombeere: Falscher Mehltau

Der Infektionsdruck ist hoch. Es wird an die 2 Behandlungen mit Profiler 2,6 kg* erinnert. Ergänzend können 2-3 Behandlungen mit Phosphonat-haltigen Blattdüngern z.B. Phosfik oder Lebosol Kalium plus in Mischung mit den Botrytis-Fungiziden gemacht werden.

Erdbeere: Phytophtora Lederbeerenfäule

Nach den hohen Niederschlagsmengen steigt die Gefahr für Lederbeeren. In den nächsten Tagen auf hellbraune flächige leicht eingesunkene Flecken achten. Sieht anfänglich Sonnenbrand ähnlich. Befallene Beeren stinken. Befallene Beeren konsequent auspflücken.

Zulassung nach Art. 53:

Für Movento SC 100 in Stachelbeeren und Johannisbeeren gegen Maulbeerschildlaus nach der Ernte. Zulassung gültig von 15.06.-12.10.19. Max. 2 Anwendungen mit je 0,75 l/ ha in 500-1.000 l Wasser/ ha, WZ F. Das Mittel ist bienengefährlich, B1

Zulassungsänderung:

Für Switch wurde in den Freilandkulturen bei Johannisbeere, Stachelbeere und Heidelbeere die Wartezeit von 7 auf 14 Tage heraufgesetzt. Die Änderung gilt ab sofort, die verlängerte Wartezeit ist bei Verwendung von Switch zu berücksichtigen.

IP-Begehungen diese Woche

 Ausführliche Infos zu Kirschessigfliege, Schildläusen und Apfelwickler

Donnerstag, 23.05., 18:00 in Erlach und Ortenberg

Freitag, 24.05., 08:30 in Nußbach, 10:30 in Stadelhofen und Oberkirch, 13:30 in Mösbach.

Termin:

Kirschenbegehung des LTZ Augustenberg und des Landratsamtes Karlsruhe am 18.06.2019 um 18.00 Uhr.

Treffpunkt im Obsthof des LTZ-Versuchsbetriebs, Neßlerstr. 25, 76227 Karlsruhe.

Die Angaben ersetzen nicht die Gebrauchsanleitung, insbesondere sind die Anwendungsbestimmungen zu beachten. Alle Angaben entsprechen dem aktuellen Kenntnisstand der Verfasser. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für Irrtümer oder Nachteile, die sich aus den Empfehlungen ergeben könnten, wird nicht übernommen.

Der nächste Warndienst erscheint je nach Vegetationsentwicklung, spätestens in 14 Tagen

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