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Warndienst Stein- und Beerenobst Nr 14/ 2019

Datum: 29.05.2019

Witterung und Vegetationsentwicklung

Das Wetter bleibt weiterhin wechselhaft, ab morgen bis Sonntag Temperaturanstieg auf knapp 30° C und voraussichtlich trocken, ab Montag zunehmende Schauerneigung bei Temperaturen von 20-25° C. Die Reife der Frühkirschen schreitet voran, Beginn Ernte Burlat in frühen Lagen ab Mitte nächster Woche.

Kirsche: Kirschessigfliege

Die Eiablagen gehen weiter. Auf unbehandelten bereits rot gefärbten Brennkirschen ist im unteren Bereich der Krone die Belegungsrate innerhalb der letzten Woche auf 100% angestiegen. Auf Burlat und Bellise beginnende Eiablage. Auch Nord- und Südbaden melden einen Anstieg der Eiablage auf heranreifenden Sorten. Die Witterung bleibt zudem günstig für die Kirschessigfliege.

Wenn noch nicht erfolgt, sollte in allen gelb- gelbrot gefärbten Kirschen umgehend eine Behandlung mit Spintor 0,15 l*, max. 0,3 l/ ha (WZ 5) oder Exirel 0,375 l*, max. 1 l/ ha (WZ 7) erfolgen. Bei Verwendung von Exirel wird die Kirschfruchtfliege miterfasst.

Bei Tafelkirschen mit Überdachung sollte ab Gelbfärbung der Kirschen die seitliche Einnetzung geschlossen werden. Zu einer einmaligen Behandlung mit Spintor oder Exirel direkt vor dem Schließen der Netze wird geraten, um innerhalb der Kirschenanlage vorhanden Adulte zu bekämpfen.

Kirschfruchtfliege: Der Flug geht weiter, an einem Standort bereits hohe Fangzahlen auf der Gelbtafel. Für die Bewertung des Befallsdrucks in den eigenen Anlagen wird nochmals dringend auf das Aufhängen von Gelbtafeln verwiesen. An bisher kaum fängigen Standorten ist der Flug dieses Jahr stark. In Frühsorten bei Tafel- und Schüttelkirschen wird unter Einhaltung der Wartezeit von 7 Tagen eine Behandlung mit Mospilan SG 0,125 kg* in Mischung mit einem Moniliafungizid empfohlen. Die Nebenwirkung auf KEF ist vorhanden. Vorhandene Blattläuse werden miterfasst.

Bei Fragen zur Mittelwahl zur Bekämpfung von KEF und KFF ggfs. Beratung anfordern.

Maulbeerschildlaus: Der Schlupf der Crawler setzt ein. Eine Behandlung mit Movento SC 100 (0,75 l*, max. 2,25 l/ ha, WZ 21 Tage!, B1, bienengefährlich) sollte bis spätestens Pfingsten erfolgen. Vorhandene Läuse werden miterfasst. Ein Einsatz in Frühkirschen ist nur möglich, wenn die Wartezeit von 21 Tagen eingehalten werden kann.

Schwarze Kirschenlaus: Verbreitet ist jetzt die Wiederbesiedlung der Triebspitzen zu beobachten. In wöchentlichen Abständen Triebspitzen auf Läusebefall kontrollieren. Vor Beginn von Honigtaubildung ist eine Behandlung mit Pirimor Granulat 0,25 kg* oder bei bereits eingedrehten Blättern mit Calypso 0,1 l* zu machen.

Fruchtmonilia: Bei Frühsorten eine Behandlung mit z.B. Signum 0,25 kg* (WZ 7 Tage) oder Teldor 0,5 kg* (WZ 3 Tage) auf rot gefärbte Früchte einplanen.

Pfirsich: Maulbeerschildlaus

Erinnerung an die Bekämpfung mit Movento SC 100 bei Befall, Anwendung s. Kirschen.

Zwetschge, Pflaume, Mirabelle: Rote Austernschildlaus

Der Schlupf der Crawler wird in allen Lagen bis zum Wochenende einsetzen. Die Behandlung mit Movento SC 100 (0,75 l*, max. 2,25 l/ ha, WZ 21 Tage!, B1, bienengefährlich) sollte bis Pfingsten erfolgen.

Blattläuse: Auffällig häufig sind dieses Jahr verkräuselte Blätter an den Triebspitzen zu finden. Es handelt sich um die Sommergeneration der kleinen Pflaumenlaus. Gleichzeitig sitzen die ersten mehligen Pflaumenläuse auf den Blattunterseiten der jüngsten Blätter. Eigene Anlagen regelmäßig kontrollieren. Zur Bekämpfung sollten jetzt im Sommer Teppeki 0,07 kg* (B2, Anwendung nur nach dem täglichen Bienenflug) oder Mospilan SG 0,125 kg* verwendet werden. Beide Mittel erfassen sicher alle im Sommer auftretenden Blattläuse.

Pflaumenwickler: Der Fruchtansatz ist bei den Frühsorten Katinka und Hanka vielerorts schwach. Der Erntebeginn Katinka wird in Frühlagen zwischen 10.-15.07. erwartet. In Frühsorten mit schwachem Behang wird Insegar 0,2 kg*, max. 0,6 kg/ ha (WZ 28 Tage, B1, bienengefährlich) in der Woche vor Pfingsten empfohlen.

Erdbeere: Fruchtfäulen

Bei der Ernte sind befallene Früchte weiterhin konsequent separat auszupflücken und aus dem Bestand zu bringen. Am Wochenende sind hohe Temperaturen und hohe Sonneneinstrahlung möglich. Zur Verminderung von Hitze- und Sonnenbrandschäden sind die Hagelnetze mit schattierender Wirkung aufzulegen. Die Böden sind weiterhin gut wassergesättigt. Auf klimatisierende Beregnung sollte deshalb verzichtet werden. Die Beregnung kann zudem Fruchtfäulen fördern.

Zulassung nach Art. 53:

Für Spruzit Neu in Süß- und Sauerkirschen (nur ökologischer Anbau) gegen Blattläuse und beißende Insekten von 24.05.-20.09.19. Max. 2 Anwendungen mit 3,5 l/ ha und Meter Kronenhöhe, Wartezeit 3 Tage, B4. Es gilt NW 607-1: 90 % - 40 m Abstand zu Gewässern.

Für Spruzit Neu in Himbeeren (nur ökologischer Anbau) gegen Blattläuse von 24.05.-20.09.19. Max. 2 Anwendungen mit 10 l/ ha, Wartezeit 3 Tage. Es gilt NW 607-1: 90 % - 20 m Abstand zu Gewässern.

Für Exirel in Johannisbeerartigem Beerenobst, Stachelbeere und Heidelbeere im Freiland gegen Kirschessigfliege von 01.06.-28.09.19. Max. 2 Anwendungen mit 0,75 l/ ha bei Befall oder Auftreten der Kirschessigfliege, Wartezeit 3 Tage, B1, bienengefährlich. Es gilt NW 605-1: 50%, 75%, 90% je 5m, bei Verzicht auf abdriftmindernde Technik NW 606-1: 10m Abstand zu Gewässern.

Für alle nicht genannten Kulturen gelten die Hinweise aus WD 13 vom 22.05.19

Das nächste Fax erscheint je nach Vegetationsentwicklung, voraussichtlich nächste Woche.

Die Angaben ersetzen nicht die Gebrauchsanleitung, insbesondere sind die Anwendungsbestimmungen zu beachten. Alle Angaben entsprechen dem aktuellen Kenntnisstand der Verfasser. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für Irrtümer oder Nachteile, die sich aus den Empfehlungen ergeben könnten, wird nicht übernommen.

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