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Warndienst Stein- und Beerenobst Nr. 16/ 2019

Datum: 12.06.2019

Witterung und Vegetationsentwicklung

Das Wetter bleibt weiterhin wechselhaft, ab morgen bis Sonntag Temperaturanstieg auf 23-27° C, einzelne Schauer oder Gewitter sind möglich. Die Reife der Kirschen schreitet voran, die Ernte der frühen roten Johannisbeere Jonkheer van Tets hat begonnen.

Kirsche: Monilia-Fruchtfäule

Der Infektionsdruck bleibt hoch. An unbehandelten Bäumen sind bereits viele faule Früchte zu finden. Die Niederschläge am Sonntag und Montag haben zu ersten Platzern geführt. Es wird unbedingt empfohlen zwei Behandlungen 14 und 7 Tage vor Ernte mit z.B. Luna Experience 0,2 l* (WZ 7 Tage) oder Signum 0,25 kg* (WZ 7 Tage) mit Nebenwirkung auf Schrotschuss und Sprühflecken durchzuführen. Aus Resistenzgründen sollten die Mittel im jährlichen Wechsel eingesetzt werden. In Tafelkirschen Pflanzenschutzstrategie des OGM Mittelbaden beachten.

Aktuelle Situation KEF: An jetzt heranreifenden Tafel- und Schüttelkirschen (hellrot-rot) ist bei heutigen Kontrollen keine neue Eiablage zu finden gewesen. An Frühsorten (Burlat, Schwarze Schüttler), die nicht geerntet wurden sind erste Puppen zu finden.

Aktuelle Situation KFF: Der Flug der Kirschfruchtfliege hat seit Freitag weiter zugenommen.

Empfohlene Vorgehensweise: In allen Kirschen, Tafel- und Schüttelkirschen, mit Ernte Mitte-Ende nächster Woche sollte heute oder morgen eine Behandlung mit Mospilan SG 0,125 kg* (Wartezeit 7 Tage) in Mischung mit einem Moniliafungizid erfolgen.

Für Einsatz von Spintor und Exirel in Spätkirschen nächste Warndienste beachten

Bei Fragen zur Mittelwahl zur Bekämpfung von KEF und KFF ggfs. Beratung anfordern.

Schwarze Kirschenlaus: Wo noch Kolonien an den Triebspitzen vorhanden sind, ist vor Beginn von Honigtaubildung eine Behandlung mit Pirimor Granulat 0,25 kg* oder Calypso 0,1 l* zu machen. Beide Mittel haben 14 Tage Wartezeit, Calypso kann in Spätkirschen mit gleichzeitiger Wirkung auf KFF und Nebenwirkung auf KEF eingesetzt werden.

San-José-Schildlaus: Wo noch keine Behandlung erfolgt ist, sollte diese nächstmöglich mit Movento SC 100 (0,75 l*, max. 2,25 l/ ha, B1, WZ 21 Tage!) erfolgen. Wartezeit von drei Wochen beachten! Bei starkem Befall wird die Folgebehandlung mit Movento nach 8-10 Tagen empfohlen.

Zwetschge, Pflaume, Mirabelle: Rote Austernschildlaus

In Anlagen mit starkem Befall sollte spätestens zwei Wochen nach der ersten Movento-Behandlung nochmal Movento SC 100 (0,75 l*, max. 2,25 l/ ha, B1!) eingesetzt werden. Die Behandlung sollte früh morgens erfolgen, um ein langsames Antrocknen der Spritzbrühe zu gewährleisten.

Blattläuse: Auffällig häufig sind dieses Jahr verkräuselte Blätter an den Triebspitzen zu finden. Es handelt sich um die Sommergeneration der kleinen Pflaumenlaus. Gleichzeitig sitzen die ersten mehligen Pflaumenläuse auf den Blattunterseiten der jüngsten Blätter. Eigene Anlagen regelmäßig kontrollieren. Zur Bekämpfung sollten jetzt im Sommer Teppeki 0,07 kg* (B2, Anwendung nur nach dem täglichen Bienenflug) oder Mospilan SG 0,125 kg* verwendet werden. Beide Mittel erfassen sicher alle im Sommer auftretenden Blattläuse.

Pflaumenwickler: In Sorten mit Erntebeginn Ende Juli (Hanka, Cacaks Schöne) sollte bis Anfang nächster Woche Insegar 0,2 kg (B1!, WZ 28 Tage, max. 2x, Art. 53) zum Einsatz kommen. Blühender Unterwuchs (Weißklee!) ist vor einem Insegar-Einsatz unbedingt zu mulchen, Blattläuse sind wegen Honigtau-Bildung frühzeitig zu bekämpfen.

Rostmilben: Besonders in Junganlagen ist an den Triebspitzen auf Befall und beginnende Symptombildung zu kontrollieren. Bei Befall wird eine Behandlung mit Kiron 0,75 l* oder Envidor 0,2 l* empfohlen. Wurde Movento gegen Schildläuse eingesetzt, ist eine Nebenwirkung auf Rostmilben vorhanden. Erfolg überprüfen.

Himbeere, Brombeere: Fruchtfäulen

Es wird in noch voll blühenden Beständen an die Behandlungen mit Switch 1 kg oder Signum 1 kg mit Wirkung auf Botrytis und Colletotrichum erinnert. Teldor 2 kg ist nur gegen Botrytis wirksam.

Johannisbeere: Blattläuse

Stellenweise tritt immer noch Befall durch die Blasenlaus auf. In Spätsorten ist eine Behandlung mit Mospilan SG 0,25 kg (Wartezeit 7 Tage) oder Pirimor Granulat 0,5 kg (Wartezeit 14 Tage) möglich. Auf Anzahl Wirkstoffe achten!

Nächste und letzte IP-Begehungen 2019

Donnerstag, 13.06., 18:00 in Erlach und Ortenberg

Freitag, 14.06., 08:30 in Nußbach, 10:30 in Stadelhofen und Oberkirch, 13:30 in Mösbach.

Zulassung nach Art. 53

Für Karate Zeon gegen Kirschessigfliege in Süßkirsche, Sauerkirsche, Pfirsich und Aprikose von 12.06.-09.10.2019, in Pflaume, Zwetsche, Reneklode, Mirabelle von 15.06.-12.10.2019. Maximal zwei Anwendungen nach festgestelltem Befall bei BBCH 85-87 mit 0,0375 l*, max. 0,075 l je Anwendung im Abstand von mindestens 3 Tagen. Wartezeit 7 Tage in allen Kulturen.

Es gelten folgende Gewässerabstände nach NW 607-1: 90% - 40m, 95% - 30 m

Änderung der Zulassung nach Art. 53

Exirel gegen KEF in Johannisbeere, Stachelbeere und Heidelbeere. Somit ist keine Anwendung in anderem johannisbeerartigem Beerenobst, z.B. Holunder möglich.

Zulassungsverlängerung

Für Vorox F bis 30.06.2021

Die Angaben ersetzen nicht die Gebrauchsanleitung, insbesondere sind die Anwendungsbestimmungen zu beachten. Alle Angaben entsprechen dem aktuellen Kenntnisstand der Verfasser. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für Irrtümer oder Nachteile, die sich aus den Empfehlungen ergeben könnten, wird nicht übernommen.

Der nächste Warndienst erscheint voraussichtlich nächste Woche.

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