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Warndienst Stein- und Beerenobst Nr. 18/ 2019

Datum: 27.06.2019

Witterung und Vegetationsentwicklung

Die hochsommerlichen Temperaturen bleiben bis Sonntag erhalten. In der nächsten Woche Temperaturen knapp unter 30° C, es bleibt vorerst niederschlagsfrei mit einer geringen Schauerneigung am Montag und Dienstag. Die Reife und Ernte der Kirschen schreitet voran. Erste Frühzwetschgen, Sorte Juna, färben in Frühlagen blau.

Kirsche: Kirschessigfliege & Kirschfruchtfliege

Aktuelle Situation KEF: Kontrollen von gestern und heute zeigen im gesamten Beratungsgebiet einen deutlichen Anstieg von frischer Eiablage und Larvenschlupf seit dem letzten Wochenende. Die Fliegenpopulation nimmt kontinuierlich zu. In Anlagen mit unbehandelten frühreifen Befruchtersorten ist der Druck am höchsten. Trotz der hohen Tagestemperaturen bieten sich morgens für die Adulten gute Bedingungen, v.a. liefert taunasses Gras am Morgen das für die Fliegen nötige Wasser. Hoch stehendes Gras sollte unbedingt gemulcht werden.

Besonders gefährdet von KEF-Befall sind Spätsorten, Sauerkirschen und Brennkirschen in Höhenlagen. Je nach vorgesehenem Erntetermin sind dort noch zwei gezielte Insektizidbehandlungen nötig.

Aktuelle Situation KFF: Der Flug der Kirschfruchtfliege setzt sich auf geringem Niveau fort. Die Eiablagebedingungen für die in den Anlagen vorhandenen Fliegen sind jedoch günstig. In mit Mospilan behandelten Flächen sind die Früchte bisher madenfrei.

Empfohlene Vorgehensweise: In allen Kirschen, Tafel- und Schüttelkirschen, mit Ernte in 8-10 Tagen sollte morgen oder Samstag früh eine Behandlung mit Mospilan SG 0,125 kg* (Wartezeit 7 Tage) plus Spintor 0,15 l* (max. 0,3 l, B1 bienengefährlich) plus Moniliafungizid erfolgen. Alternativ ist Exirel 0,375 l* (max. 1 l, B1 bienengefährlich) plus Moniliafungizid möglich.

In Spätsorten mit Ernte in 14-18 Tagen ist im Abstand von 8 Tagen die Behandlung zu wiederholen.

Der Abstand zwischen zwei Behandlungen soll 8 bis maximal 10 Tage betragen. Bei absehbar längerem Abstand zwischen zwei Sprühbehandlungen ist zwischendurch eine Streifenbehandlung mit Mospilan SG 25 g plus combi protec 1 l in 20-30 l Wasser/ ha einzuplanen. Alternativ ist bei Brennkirschen die Behandlung der unteren Kronenhälfte mit Spintor oder Exirel möglich.

Der Abstand zwischen der letzten Sprühbehandlung und Ernte sollte 8 Tage betragen. Bei Verschiebung des Erntetermins ist ggfs. in einzelnen Anlagen eine weitere Behandlung nötig.

Für die Anwendung von Karate Zeon sind die Temperaturen aktuell zu hoch. Für die Anwendung der anderen oben genannten Mittel sind die frühen Morgenstunden zu wählen.

Bei Fragen zur Mittelwahl zur Bekämpfung von KEF und KFF ggfs. Beratung anfordern.

Es wird auf die ausführlichen Hinweise aus dem Kirschen Extrafax Nr. 15 vom 06.06.19 hingewiesen.

Monilia-Fruchtfäule: Der Infektionsdruck bleibt hoch. Auch an behandelten Bäumen sind immer wieder faule Früchte mit sporulierendem Myzel zu finden. Es wird unbedingt empfohlen bei Insektizidbehandlungen ein Fungizid beizumischen.

In Tafelkirschen wird bei Vermarktung über OGM Signum 0,25 kg* (max. 3x, WZ 7 Tage, 2 Wirkstoffe) empfohlen, ansonsten kann auch Luna Experience 0,2 l* (max. 2x, WZ 7 Tage) oder Teldor 0,5 kg* (max. 3x, WZ 3 Tage, Gefahr von Spritzflecken) verwendet werden.

Himbeere, Brombeere, Heidelbeere: Kirschessigfliege

Bisher ist kein Befall aufgetreten. Mit fortschreitender Kirschenernte steigt der Druck im Beerenobst. In bekannten Befallslagen, z.B. Waldrand- und Gewässernähe sollte ab dem Wochenende auf Eibelegung kontrolliert werden. Bei Befall wird eine Behandlung mit einem geeigneten Insektizid empfohlen:

Himbeeren, Brombeeren: Spintor, 0,2 l, (max. 2x, Wartezeit 3 Tage, B1 bienengefährlich!)

Heidelbeeren: Spintor 0,2 l oder Exirel 0,75 l (max. 2x, Wartezeit 3 Tage, B1, bienengefährlich!)

Zwetschgen: Pflaumenwickler

Aktuell ist der Flug gering. Ab Anfang Juli ist mit dem Auftreten der zweiten Faltergeneration zu rechnen. Die Behandlungen mit Insegar 0,2 kg* (max. 2x, max. 0,6 kg/ ha, WZ 28 Tage, B1, bienengefährlich) sind je nach Reifegruppe acht und vier Wochen vor Erntetermin einzuplanen.

Die Angaben ersetzen nicht die Gebrauchsanleitung, insbesondere sind die Anwendungsbestimmungen zu beachten. Alle Angaben entsprechen dem aktuellen Kenntnisstand der Verfasser. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für Irrtümer oder Nachteile, die sich aus den Empfehlungen ergeben könnten, wird nicht übernommen.

Der nächste Warndienst erscheint voraussichtlich nächste Woche.

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