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Warndienst Stein- und Beerenobst Nr. 19/ 2019

Datum: 09.07.2019



Witterung und Vegetationsentwicklung

Heute und morgen bleibt es trocken bei Temperaturen unter 25° C. Ab Donnerstag nimmt das Schauerrisiko zu bei weiterhin angenehmen 20-25°C. Die Ernte der Industriekirschen schreitet voran, erste Brennkirschen werden geschüttelt. Die Ernte von Strauchbeeren läuft auf Hochtouren.

Kirsche: Kirschessigfliege & Kirschfruchtfliege

Aktuelle Situation KEF: Kontrollen von gestern zeigen weiterhin Befall, es sind Larven in allen Größen zu finden. Die Fangzahlen adulter Fliegen in den Monitoringfallen steigen jetzt an. Die Eiablagebedingungen sind aktuell günstig und werden mit Regen gegen Ende der Woche noch besser.

Aktuelle Situation KFF: Der Flug der Kirschfruchtfliege hält immer noch an. Eiablagen sind auch auf roten und dunkelroten Früchten möglich.

Empfohlene Vorgehensweise: In allen Kirschen, Tafel- und Schüttelkirschen, mit Ernte in 8-10 Tagen muss vor dem nächsten Regen eine weitere Behandlung erfolgen:

In Anlagen mit Druck durch KFF und KEF mit Mospilan SG 0,125 kg* (max. 2x, Wartezeit 7 Tage) plus Spintor 0,15 l* (max. 0,3 l, B1 bienengefährlich) plus Moniliafungizid oder Exirel 0,375 l* (max. 1 l, WZ 7 Tage, B1 bienengefährlich) plus Moniliafungizid.

In Anlagen mit KEF: Behandlung mit Spintor 0,15 l* (max. 0,3 l, max. 2x, WZ 5 Tage, B1 bienengefährlich) oder Karate Zeon 75 ml/ ha (max. 2x, WZ 7 Tage, B4)

Wenn Spätsorten oder Brennkirschen noch zwei bis drei Wochen hängen sollen, sind im Abstand von 8 Tagen die Behandlungen bis eine Woche vor Ernte zu wiederholen. Bei Verschiebung des Erntetermins ist ggfs. in einzelnen Anlagen eine weitere Behandlung nötig.

Bei absehbar längerem Abstand zwischen zwei Sprühbehandlungen ist zwischendurch eine Streifenbehandlung mit Mospilan SG 25 g plus combi protec 1 l in 20-30 l Wasser/ ha einzuplanen. Alternativ ist bei Brennkirschen die Behandlung der unteren Kronenhälfte mit Spintor, Exirel oder Karate Zeon möglich. Für die Anwendung der Insektizide sind die frühen Morgenstunden zu wählen.

Es wird auf die ausführlichen Hinweise aus dem Kirschen Extrafax Nr. 15 vom 06.06.19 hingewiesen.

Monilia-Fruchtfäule: Der Infektionsdruck wird mit Niederschlägen wieder zunehmen. Es wird unbedingt empfohlen bei Insektizidbehandlungen ein Fungizid beizumischen.

In Tafelkirschen wird bei Vermarktung über OGM Signum 0,25 kg* (max. 3x, WZ 7 Tage, 2 Wirkstoffe) empfohlen, ansonsten kann auch Luna Experience 0,2 l* (max. 2x, WZ 7 Tage) oder Teldor 0,5 kg* (max. 3x, WZ 3 Tage, Gefahr von Spritzflecken) verwendet werden.

Tafelkirschen mit Überdachung: Spinnmilben

Nach der Ernte Kontrolle auf Spinnmilben durchführen. Bei Befall wird eine Behandlung mit Kanemite SC 0,625 l* (B 4), Kiron 0,75 l* (B4) oder Envidor 0,2 l* (B1) empfohlen.

Sprühfleckenkrankheit: Nach der Ernte wird eine Behandlung mit z.B. Merpan 80 WDG 0,75 kg* empfohlen.

Zwetschgen: Pflaumenwickler

Der Flug der zweiten Faltergeneration hat begonnen. Die Behandlungen mit Insegar 0,2 kg* (max. 2x, max. 0,6 kg/ ha, WZ 28 Tage, B1, bienengefährlich) sind je nach Reifegruppe acht und vier Wochen vor Erntetermin einzuplanen.

Fruchtmonilia: Ab Beginn der Blaufärbung sollte mit der Moniliabekämpfung begonnen werden. Gute Wirkung zeigen z.B. Signum, 0,25 kg* und Luna Experience 0,2 l*, beide mit sieben Tagen Wartezeit.

Mehlige Pflaumenblattlaus: Lokal tritt Befall auf, häufig sind Einzelbäume stark befallen, Honigtau lockt Bienen an. Vor einem Insegar-Einsatz sind unbedingt vorhandene Läuse zu bekämpfen. Wirksam sind nur Teppeki 0,07 kg (B2, Einsatz nur nach dem täglichen Bienenflug) und Mospilan SG 0,125 kg* (B4).

Himbeere, Brombeere, Heidelbeere: Kirschessigfliege

Erster Befall ist an allen drei Beerenobstarten aufgetreten. Mit fortschreitender Kirschenernte steigt der Druck im Beerenobst. In allen Anlagen mit Ernte sollte ab sofort auf Eibelegung kontrolliert werden. Bei Befall wird eine Behandlung mit einem geeigneten Insektizid empfohlen:

Himbeeren, Brombeeren: Spintor, 0,2 l, (max. 2x, Wartezeit 3 Tage, B1 bienengefährlich!)

Heidelbeeren: Spintor 0,2 l oder Exirel 0,75 l (max. 2x, Wartezeit 3 Tage, B1, bienengefährlich!)

Karate Zeon ist im Beerenobst ebenfalls zugelassen, wird wegen der Spinnmilbenförderung nicht primär empfohlen.

Ausführliche Informationen zur KEF-Bekämpfung im Beerenobst siehe Extra-Info.

Remontierende Erdbeeren: Thripse

Mit der Abreife des Getreides kann es zu einem erhöhten Einflug von Thripsen in die Remontierenden Erdbeerflächen kommen. Bei Befall wird eine Behandlung mit Karate Zeon 75 ml oder Mavrik 0,2 l empfohlen. Der Zusatz des Netzmittels Break thru 0,04 % (auf tatsächliche Wassermenge) ist möglich. Behandlung bei Temperaturen unter 25° C. Keine Mischung mit Ortiva.

Walnuss: Walnussfruchtfliege

Mit dem Flugbeginn ist ab dem Wochenende zu rechnen. Eigene Gelbtafeln jetzt aufhängen.

Für Bekämpfung nächsten Warndienst beachten.

Zulassungsverlängerungen:

Betasana SC und Betosip (Wirkstoff Phenmedipham) und Milbeknock bis 31.07.2021

Termine

Am Donnerstag, 11. Juli 2019 findet am Nachmittag in Oberkirch und Kappelrodeck jeweils eine 2-stündige Sachkundeschulung zu "Abdriftmindernde Applikationstechnik im Obst- und Weinbau" statt. Veranstalter sind das Landratsamt Ortenaukreis, Pflanzenschutzdienst, die Oberkicher Winzer eG und der OGM. Weitere Beteiligte sind die Firmen Ernst Landtechnik, Lipco Recyclingtechnik in Steillagen und Fa. Syngenta zu Abdriftminderungsmaßnahmen.

Treffpunkte: 14.00 Uhr, Oberkirch, hinter Kläranlage an der Tafeltrauben- und Brennkirschenanlage

und 18.00 Uhr, Kappelrodeck, Wanderparkplatz Hofackerteich (Koord. 48.604543, 8.105220)

Sachkundeausweis mitbringen!

23.07.2019: Sommerbegehung „Zwetschgen“ des BZOV Ortenau

Treffpunkt: 17:00 Uhr, neue Zwetschgenversuchsanlage des OGM Obstgroßmarkt Mittelbaden in Fautenbach,

Themen:

Sortensichtung Zwetschgen (inkl. Franzi, Moni u.a.) Vergleich Tellerkrone – Spindel (verschiedene Sorten und Klone) maschineller Schnitt in benachbarter Erwerbsanlage

Testung von Injektordüsen

Das LTZ Augustenberg, Abteilung Pflanzenschutztechnik, sucht einen Obstbaubetrieb, der eine Injektordüse der Herstellerfirma ARAG (Italien) für den Rest der Saison testen kann. Insgesamt sollten ca. 20 ha Fläche in der noch laufenden Saison damit behandelt werden. Die Düse ist eine Kurzbauform ähnlich der IDK (von Lechler) bzw. CVI (von Albuz) mit der Größe ISO 03 (blau). Die Testung mit anschließender Beurteilung und Auswertung ist Voraussetzung, dass eine Düse in das JKI Verzeichnis zu amtlich anerkannten verlustmindernden Pflanzenschutzgeräten und Einrichtungen aufgenommen wird. Mit dieser Düsengröße wird je nach Düsenanzahl am Gerät eine Wassermenge zwischen 500 und 650 l pro ha ausgebracht. Bei Interesse setzen Sie sich bitte mit Herrn Beuschlein (mob.: 0162-2544593) in Verbindung.

Die Angaben ersetzen nicht die Gebrauchsanleitung, insbesondere sind die Anwendungsbestimmungen zu beachten. Alle Angaben entsprechen dem aktuellen Kenntnisstand der Verfasser. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für Irrtümer oder Nachteile, die sich aus den Empfehlungen ergeben könnten, wird nicht übernommen.

Der nächste Warndienst erscheint bei Bedarf, spätestens in 14 Tagen.

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