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Warndienst Stein- und Beerenobst Nr. 21/ 2020

Datum: 19.06.2020



Witterung und Vegetationsentwicklung

Am Mittwoch sind in Mittelbaden zwischen 20-40 l Regen gefallen, in Südbaden 15-30 l. Je nach Station sind heute nochmal Schauer oder Gewitter möglich. Ab Morgen bis mindestens Mitte nächster Woche voraussichtlich trocken bei dann ansteigenden Temperaturen.

Die Kirschenernte ist voll im Gang. Diese Woche wurden die ersten Ruth Gerstetter geerntet. Bei Strauchbeeren nimmt die Ernte im Freiland an Fahrt auf.

Kirsche: Fruchtmonilia

In Schüttelkirschen und Tafelkirschen ohne Dach sind vereinzelt faule Früchte zu finden. Bei späten Sorten mit Erntebeginn ab Ende nächster Woche sollte die zweite Behandlung mit Luna Experience 0,2 l* (max. 2x, in Tafelkirschen für OGM/ EGRO) oder Signum 0,25 kg* (max. 3x) erfolgen.

Kirschessigfliege (KEF): In unbehandelten Kirschen ist wieder zunehmend Eiablage zu finden. Die Witterung ist aktuell für die Fliegen günstig! Erfahrungsgemäß wird ab Anfang Juli der Befall in Spätkirschen und Sauerkirschen nochmal steigen. Besonders in Höhenlagen mit später Ernte ist frühzeitig mit einer intensiven Bestandsüberwachung zu beginnen, Insektizidanwendungen sind termingerecht durchzuführen.

Kirschfruchtfliege (KFF): Der Flug hält weiter an. Der Druck auf die Spätsorten bleibt hoch.

Empfohlene Vorgehensweise gegen Kirschfruchtfliege und Kirschessigfliege:

In allen Tafel- und Schüttelkirschen mit Erntebeginn ab Ende nächster Woche, wird unter Einhaltung der Wartezeit die zweite Behandlung mit Mospilan SG 0,125 kg* (WZ 7 Tage, max. 2x, B4, in Mischung mit Azolfungiziden B1, bienengefährlich) plus Spintor 0,05* (max. 0,1 l/ ha, B1, bienengefährlich, WZ 5) empfohlen. Alternativ ist Exirel 0,375 l*, max.1 l/ ha (B1, bienengefährlich, WZ 7 Tage) möglich.

Bei Hochstämmen mit Verwertung nur über Brennerei ist auch eine Behandlung der unteren Kronenhälfte mit Spintor 0,05 l* (max. 0,1 l/ ha, B1, bienengefährlich) oder Karate Zeon 75 ml/ ha (WZ 7 Tage) möglich. Bei diesen Anwendungen ist nur eine Wirkung auf die KEF, nicht auf die KFF vorhanden.

Blühenden Unterwuchs vor Anwendung von bienengefährlichen Mitteln mulchen. Anwendung in Mischung mit einem Moniliafungizid ist möglich.

Es gelten grundsätzlich die Strategien aus WD 18 vom 26.05.

Pflaumen, Zwetschgen, Mirabellen: Pflaumenwickler

In Sorten mit Erntebeginn Ende Juli (Hanka, Cacaks Schöne) sollte bis Anfang nächster Woche Insegar 0,2 kg (B1!, WZ 28 Tage, max. 2x, Art. 53) zum Einsatz kommen. Bei schwachem Behang früheren Erntebeginn für die Terminierung der Behandlug berücksichtigen. Blühender Unterwuchs (Weißklee!) ist vor einem Insegar-Einsatz unbedingt zu mulchen, Blattläuse sind wegen Honigtau-Bildung frühzeitig zu bekämpfen.

Johannisbeere, Stachelbeere: Stachelbeermehltau

Witterungsbedingt ist der Infektionsdruck hoch. In Spätsorten wird eine Behandlung mit Kumar 5 kg (max. 1% ige Spritzbrühe) empfohlen. Behandlung nach 8 Tagen wiederholen. Anwendung solo und nur auf das trockene Blatt, um Phytotox zu vermeiden.

Strauchbeerenobst: Kirschessigfliege

Bisher tritt kein Befall auf. Ab Ende der Kirschenernte nimmt der Befall in Himbeere, Brombeere und Heidelbeere erfahrungsgemäß zu. Folgende Warndienste beachten.

Walnuss: Walnussfruchtfliege

Es wird mit einem früheren Flugbeginn gerechnet. Im Lauf der nächsten Woche Gelbtafeln zur Flugüberwachung aufhängen.

Das nächste Fax erscheint voraussichtlich nächste Woche.



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