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Warndienst Stein- und Beerenobst Nr. 22/ 2020

Datum: 29.06.2020

Kirsche: Fruchtmonilia

Der Infektionsdruck steigt nach den letzten Niederschlägen wieder.

In Spätkirschen wird unter Einhaltung der Wartezeit eine weitere Behandlung mit Luna Experience 0,2 l* (WZ 7 Tage, max. 2x, in Tafelkirschen für OGM/ EGRO, Signum 0,25 kg* (WZ 7 Tage, max. 3x) oder Teldor 0,5 kg* (WZ 3 Tage) empfohlen.

Kirschessigfliege (KEF): Die Witterung ist für die Fliegen günstig. Mit fortschreitender Ernte steigt der Druck in den Spätsorten und Brennkirschen. Insektizidanwendungen bis vor die Ernte unter Einhaltung der Wartezeit fortsetzen.

Kirschfruchtfliege (KFF): Die Fangzahlen auf den Gelbtafeln sind nur noch gering. In Spätlagen kann der Druck noch höher sein.

Empfohlene Vorgehensweise gegen Kirschfruchtfliege und Kirschessigfliege:

In späten Sorten (Tafel- oder Brennkirschen) wird heute oder morgen eine Behandlung mit Mospilan SG 0,125 kg* (WZ 7 Tage, max. 2x, B4, in Mischung mit Azolfungiziden B1, bienengefährlich) plus Spintor 0,05* (max. 0,1 l/ ha, B1, bienengefährlich, WZ 5) empfohlen. Alternativ Einsatz von Exirel 0,375 l*, max.1 l/ ha (B1, bienengefährlich, WZ 7 Tage). Wartezeiten beachten.

Bei Hochstämmen mit Verwertung nur über Brennerei ist auch eine Behandlung der unteren Kronenhälfte mit Spintor 0,05 l* (max. 0,1 l/ ha, WZ 5 Tage, B1, bienengefährlich) oder Karate Zeon 75 ml/ ha (WZ 7 Tage) möglich. Bei diesen Anwendungen ist nur eine Wirkung auf die KEF, nicht auf die KFF vorhanden.

Blühenden Unterwuchs vor Anwendung von bienengefährlichen Mitteln mulchen. Anwendung in Mischung mit einem Moniliafungizid ist möglich.

Pflaume, Zwetschge, Mirabelle: Pflaumenwickler

In Sorten mit Erntebeginn Anfang August (Hanita, Bühler) sollte diese Woche Insegar 0,2 kg (B1!, WZ 28 Tage, max. 2x, Art. 53) zum Einsatz kommen. Bei schwachem Behang früheren Erntebeginn für die Terminierung der Behandlung berücksichtigen. Blühender Unterwuchs (Weißklee!) ist vor einem Insegar-Einsatz unbedingt zu mulchen. Bestände auf vorhandene Blattläuse kontrollieren und ggfs. wegen Honigtau-Bildung frühzeitig zu bekämpfen.

Mehlige Pflaumenlaus: Bei Befall ist eine Behandlung mit Teppeki 0,07 kg* (B2, Anwendung nur abends nach dem täglichen Bienenflug bis 23.00 Uhr) oder Mospilan SG 0,125 kg* einzuplanen. Calypso und Pirimor sind gegen diese Blattlausart nicht ausreichend wirksam.

Fruchtmonilia: Ab Blaufärbung der Früchte steigt das Infektionsrisiko, v.a. bei wechselhafter Witterung. Es werden zwei Behandlungen mit z.B. Signum 0,25 kg* oder Luna Experience 0,2 l* empfohlen. Beide Mittel haben eine Wartezeit von 7 Tagen.

Strauchbeerenobst: Kirschessigfliege

Erster Befall in unbehandelten Himbeeren wurde beobachtet. Nachdem sich nun die Kirschenernte zu Ende neigt, wird der Druck in Himbeeren, Brombeeren und Heidelbeeren steigen. Johannisbeeren und Stachelbeeren waren in den letzten Jahren nicht betroffen. Hier ist vorerst kein Insektizideinsatz nötig. Eigene Bestände mittels Lupenkontrolle auf Eiablage oder Vermadung im Wasserbad überwachen.

Zur Bekämpfung stehen folgende Insektizide zur Verfügung:

Mittel Aufwand je ha Kultur Anwendungen Wartezeit
Spintor 0,2 l Heidelbeere, Johannisbeere, Stachelbeere

2x im Freiland und GWH

3 Tage
Spintor 0,2 l Himbeere, Brombeere 2x im Freiland, 3x im GWH 3 Tage
Exirel (Art. 53) 0,75 l Heidelbeere, Johannisbeere, Stachelbeere 2x im Freiland 3 Tage
Mospilan 0,25 kg Himbeere, Brombeere, Heidelbeere, Johannisbeere, Stachelbeere 2x im Freiland (zur Befallsminderung) 7 Tage

Empfehlung: Bestände in kurzen Abständen beernten. Alle Beeren, auch Ausschuss auspflücken, Bestand sauberhalten. Gras in den Gassen kurz mulchen. Vorhandene Einnetzungen sind umgehend zu schließen und bis Ernteende geschlossen zu halten.

Bei festgestellter Eiablage direkt nach einer Pflücke eine Behandlug mit Spintor oder Exirel (nur in Heidelbeeren) durchführen.

Beide Mittel sind bienengefährlich, B1! Vorhandener Unterwuchs ist vor einer Anwendung zu mulchen. Keine Anwendung von Spintor in Herbsthimbeeren!

Zulassungssituation:

Die bisherige Zulassung von Pirimor Granulat endet am 31.10.2020. Da die neue Zulassung von Pirimor G bereits vorliegt (nur Getreide, nicht mehr im Obstbau), wird es keine Abverkaufsfrist geben. D. h. der Handel darf Pirimor Granulat bis zum 31.10.2020 vermarkten. Für die Obstbaubetriebe gibt es aber eine Aufbrauchfrist für Pirimor Granulat, die bis zum 30.04.2022 geht. Wichtig ist, dass sich die Betriebe bis zum 31.10.2020 mit Ware versorgen, um in 2021 und Frühjahr 2022 Pirimor noch einsetzen zu können.

Zulassungsende: 31.10.2020; Ende Abverkauf: 31.10.2020; Ende Aufbrauchfrist: 30.04.2022

Widerruf der Zulassung von Envidor zum 31.07.2020. Es wurden folgende Fristen festgesetzt:

Abverkaufsfrist: 31.01.2021; Aufbrauchfrist 31.01.2022.

Der nächste Warndienst erscheint voraussichtlich nächste Woche.

Die Angaben ersetzen nicht die Gebrauchsanleitung, insbesondere sind die Anwendungsbestimmungen zu beachten. Alle Angaben entsprechen dem aktuellen Kenntnisstand der Verfasser. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für Irrtümer oder Nachteile, die sich aus den Empfehlungen ergeben könnten, wird nicht übernommen.


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