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Warndienst Stein- und Beerenobst Nr. 24/ 2019

Datum: 20.08.2019

Kirsche, Pfirsich, Johannisbeere, Stachelbeere: Maulbeerschildlaus

Anlagen auf Befall kontrollieren. Auch aus wenigen aktiven Weibchen kann sich bis zum Herbst wieder ein starker Befall entwickeln. Der Schlupf der Crawler hält an. Wo noch nicht erfolgt, sollte jetzt die erste Behandlung mit Movento SC 100 erfolgen, auf allen anderen Flächen die zweite Behandlung nach 10-14 Tagen. Für die Behandlung einen regenfreien Tag mit Temperaturen unter 30° C wählen. Die Spritzbrühe soll langsam antrocknen, deshalb Behandlung bevorzugt abends oder an einem bewölkten Tag morgens durchführen.

Für eine gute Wirkung sind zwei Behandlungen im Abstand von 10-14 Tagen nötig.

In Johannisbeeren und Stachelbeeren: Nach der Ernte 2x Movento SC 0,75 l (Art. 53 bis 12.10.19, max. 2x, WZ F, B1!). Movento OD ist nicht mehr zugelassen!

In Kirschen und Pfirsichen: 2x Movento SC 0,75 l* (Art. 53 bis 07.09.19, max. 2,25 l/ ha und Anwendung, max. 2x, WZ 21 Tage!, B1!). Anwendung bei Pfirsich nach der Ernte, bei Spätsorten Wartezeit von 21 Tagen beachten oder ebenfalls Anwendung erst nach der Ernte.

Zwetschge, Mirabelle: Fruchtmonilia

Der Infektionsdruck ist hoch. Es sind bereits an den Bäumen Befallsnester zu finden. Es werden je nach Reifegruppe eine oder zwei Behandlungen vor der Ernte mit bevorzugt Luna Experience 0,2 l* oder Signum 0,25 kg*, beide mit Wartezeit 7 Tage empfohlen.

Pflaumenwickler: Je nach Standort und bisheriger Bekämpfung ist Befall zu finden. In Spätsorten sollte umgehend die zweite Behandlung mit Insegar 0,2 kg* (Art. 53, max. 2x, max. 0,6 kg/ ha, Wartezeit 28 Tage, B1!) erfolgen. Blühenden Unterwuchs vor der Anwendung mulchen. Kann die Wartezeit von 28 Tage nicht mehr eingehalten werden, sind folgende Alternativen mit Nebenwirkung auf Pflaumenwickler möglich:

Exirel 0,375 l* (max. 0,75 l/ ha pro Anwendung, max. 2x, Wartezeit 7 Tage, B1!, Indikation Kirschessigfliege) oder Mospilan SG 0,125 kg* (B4, in Mischung mit Azolfungizid B1!, Wartezeit 14 Tage, Indikation Blattläuse)

Kirschessigfliege: Marktreife Ware ist nach wie vor befallsfrei. Sorten, die für Direktvermarktung oder Brennerei lange am Baum reifen sollen, weiterhin auf Eiablage kontrollieren. Werden erste Eier gefunden, ist eine Bekämpfung mit z.B. Spintor 0,15 l* (Art. 53, max. 2x, max. 0,3 l/ ha pro Anwendung, Wartezeit 5 Tage, B1!) oder Karate Zeon 75 ml/ ha (Art. 53, max. 2x, Wartezeit 7 Tage, B1!)

Pflaumenrost: Es wird an die Nacherntebehandlung mit z.B. Systhane 20 EW 0,225 l* oder Restmengen Dithane Neotec 1 kg* (Aufbrauchfrist 30.09.2019) erinnert.

Walnuss: Walnussfruchtfliege

Der Flug der Walnussfruchtfliege ist auf dem Höhepunkt. Eiablagen sind weiterhin möglich. Behandlungen mit Mospilan SG 0,125 kg* (max. 2x, WZ 28 Tage) oder Calypso 0,25 kg/ ha (max. 2x, WZ 14 Tage) im14-tägigen Abstand fortführen.

Himbeere, Brombeere, Heidelbeere: Kirschessigfliege

Der Befallsdruck ist weiterhin hoch. Vorbeugende und begleitende Maßnahmen sind mit dem gezielten Insektizideinsatz zu kombinieren.

Ausführliche Informationen zur KEF-Bekämpfung im Beerenobst siehe Extra-Info Nr. 20 vom 09.07.

Erdbeere: Unkrautbekämpfung

Generell gilt: Für eine gute Wirkung der Bodenherbizide muss die Anwendung vor dem Keimen der Unkräuter erfolgen. Behandlung nur auf feuchten Boden. Optimal ist die Herbizid-Anwendung vor einem leichten Regen. Mittels Beregnung nach der Applikation lässt sich die Wirkung ebenfalls erhöhen.

Basta ist nicht mehr zugelassen. Es gibt momentan keinen Ersatz für Basta mit vergleichbarer Wirkung. Deshalb müssen entweder die Intervalle zwischen den Herbizid-Anwendungen verringert und ein Auflaufen der Unkräuter verhindert werden oder mechanische Verfahren ergänzend zum Einsatz kommen.

Herbizid-Strategien nach der Pflanzung in Dammkulturen

Ausbringung nur zwischen den Foliendämmen. Bei einer Anwendung über die Folie kann es bei Niederschlägen oder Beregnung zu Eintrag des Herbizids in die Pflanzlöcher und Schäden an den Jungpflanzen kommen.

Folgende Varianten sind möglich:

Unmittelbar nach der Pflanzung: Flexidor 0,2 l (max. 0,4 l) + Devrinol 2 l (max. 2,5 l) auf den feuchten, unkrautfreien Boden. Alternativ Flexidor 0,2-0,4 l + Cadou 0,3 l.

10 Tage nach der Pflanzung: 1,4 l Spectrum + 3 l Betosip SC (max. 6 l). Gute Wirkung auch auf Unkräuter im Keimblattstadium. Alternativ Goltix Gold 2 l + Betosip SC 3 l, sehr gute Wirkung auf Unkräuter im Keimblattstadium und kurz danach.

Bei Betasana SC/ Betosip SC ist ein Splitting auf 2x3 l oder 3x2 l im Abstand von je 7 Tagen möglich. Als Soloanwendung kann die volle Aufwandmenge von Betasana/Betosip SC gefahren werden, in Mischung mit Spectrum bzw. Goltix Gold empfehlen wir das Splittung.

Gräserherbizide im Nachauflauf

Wenn Gräser bereits aufgelaufen sind, können Fusilade Max 1 l (ausgenommen Einjährige Rispe), oder Select 240 EC (0,75 l + 1 l Radiamix), jeweils max. 1x angewendet werden.

Besonderheiten bei breitflächiger Anwendung im offenen Boden

Grundsätzlich gelten die gleichen Strategien breitflächig im offenen Boden unter Beachtung folgender Hinweise:
- Keine Mischung aus Spectrum und Flexidor (Unverträglichkeit).
- Spectrum erst nach dem Anwachsen der Pflanzen anwenden, ca. 14 Tage nach der Pflanzung.
- Kein Betasana SC, Betosip SC oder Goltix Gold in Alba, Asia, Aprica und Garda.
- Jede Herbizidmaßnahme hemmt etwas die Pflanzenentwicklung. Mechanische Verfahren sind empfehlenswert.

Herbizidanwendungen im 2-jährigen Anbau

Quickdown 0,8 l/ ha plus Toil 2 l/ha zum Abbrennen von Ausläufern nach der Ernte, 2 Anw., WZ F. Behandlung vor dem Einwurzeln der Ranken. Nur im Zwischendammbereich mit Spritzschirm.

Finalsan (Pelargonsäure, §22 OGM und LVEO) 80 l/ha in 500 l Wasser/ha zum Abbrennen von Ausläufern sowie von Unkräutern und Ungräsern nach der Ernte, 2 Anw., WZ F. Behandlung vor dem Einwurzeln der Ranken! Nur im Zwischendammbereich mit Spritzschirm.

Gegen Gräser, Ausfallgetreide im Nachauflauf: Fusilade Max (1 l/ha, 1x, WZ F, schwach gegen Quecke und 1-jähr. Rispe) oder Select 240 EC (0,75 l/ha, 1x; gut gegen 1-jähr. Rispe, schwach gegen Quecke) in Tankmischung mit 1 l/ha Actirob B oder Radiamix.

Gegen Distel, Kamille: Lontrel 720 SG (167 g/ha, 1x, WZ F) oder Vivendi 100 (1,2 l/ha, 1x, WZ F)

Erdbeeren: Phytophthora-Rhizomfäule

Direkt vor der Pflanzung können wurzelnackte Grünpflanzen in Aliette WG 0,5% oder Fenomenal 0,15% ca. 15 Minuten getaucht werden. Bei Anwendung von Aliette ist die Beregnung nach der Pflanzung wichtig, um Mittelunverträglichkeit zu vermeiden. Bei zu erwartendem Xanthomonas-Befall sollte auf eine Tauchbehandlung verzichtet werden, um eine Übertragung der Bakteriose über die Tauchbrühe zu vermeiden. Alternativ ist eine Gießbehandlung mit Fenomenal (Restmengen bis 14.11.2019 aufbrauchen) direkt nach der Pflanzung mit einer 0,075 %-igen Brühe möglich. Anwendungshinweise: 100 ml Brühe/ Pflanze, max. 3 kg/ ha Fenomenal. 10 bis 14 Tage nach der Pflanzung kann eine Bandspritzung zur Pflanzenstärkung (z.B. mit Phosfik, Lebosol Kalium Plus u.a.) stattfinden (1 – 1,5 ml/ lfdm in 100 ml Wasser bei ca. 20 cm Bandbreite).

Erdbeeren: Weichhautmilben

Bei Symptomen (gedrungener gekräuselter Wiederaustrieb, nesterweises Auftreten, Blätter grau-braun) ist ca. 10 Tage nach dem Abmulchen eine Behandlung mit Movento SC 100 1 l/ha (max. 2x, B1, WZ F) einzuplanen. Alternativ ist die Nebenwirkung von Milbeknock 1,25 l/ha, 1 Anw. NE, WZ F, B1 (Zusatz 0,04% Break Thru; 15-20°C; mindestens 1.000 l Wasser /ha) bei der Spinnmilbenbekämpfung nutzbar.

Termin: Mittwoch, den 21.8.2019: Versuchsbegehung Augustenberg

Aktuelle Versuche im Pflanzenschutz werden vorgestellt.

Beginn der Führung: 17:00 Uhr. Treffpunkt: Obsthof Augustenberg, Neßlerstr. 25, 76227 Karlsruhe.

Pamira – Sammlung von leeren Pflanzenschutzmittelgebinden

Am 29.08.2019 bei ZG Raiffeisen eG, 77933 Lahr, Güterhallenstr. 6a, 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr, mittags geschlossen von 12.00 bis 13.00 Uhr

Am 05.09.2019 bei Droll OHG Landhandel in 77815 Bühl, Mühlstettstr.1, 7.45 Uhr bis 17.30 Uhr, mittags geschlossen von 11.45 bis 13.30 Uhr

Die Angaben ersetzen nicht die Gebrauchsanleitung, insbesondere sind die Anwendungsbestimmungen zu beachten. Alle Angaben entsprechen dem aktuellen Kenntnisstand der Verfasser. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für Irrtümer oder Nachteile, die sich aus den Empfehlungen ergeben könnten, wird nicht übernommen.

Die nächste Durchsage erfolgt bei Bedarf.


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