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Warndienst Stein- und Beerenobst Nr. 28/ 2019

Datum: 11.10.2019

Witterung

Bis Montag erwartet uns goldenes Oktoberwetter mit sommerlichen Temperaturen ab Samstag. Ab Dienstag nächster Woche Temperaturrückgang bei zunehmender Niederschlagsneigung.

Steinobst: Holz- und Rindenkrankheiten (Valsa, Pseudomonas)

Für eine Behandlung mit einem Kupfer-haltigen Produkt ist es noch zu früh. Beginnenden Blattfall und nächsten Warndiensthinweis abwarten.

Vor den ersten Winterfrösten sollten in Neu- und Junganlagen die Stämme geweißelt werden. Bewährt hat sich ProAgro-Baumweiß mit gleichzeitigem Wildverbissschutz.

Streuobst-Hochstämme: Leimringe gegen Frostspanner: Ab Mitte Oktober sollten die Leimringe gegen die aufwandernden Weibchen des Frostspanners angebracht werden.

Beikrautregulierung im Stein- und Strauchbeerenobst

Bei starker Verunkrautung kann in Steinobst sowie Johannisbeeren, Stachelbeeren und Heidelbeeren Roundup Rekord 2,5 kg/ ha (Ausbringung mit Abschirmung) ausgebracht werden. Eine Behandlung sollte zur Vermeidung von Kulturschäden bei Strauchbeeren vor dem Schnitt oder frühestens 6 Wochen nach dem Schnitt gemacht werden. Hinweis: Nur Roundup Rekord kann ganzjährig eingesetzt werden. Andere Glyphosat-haltige Herbizide dürfen nur im Frühjahr und Sommer eingesetzt werden.

Bei Strauchbeeren kann gegen Gräser Select 240 EC 0,75 l + Radiamix 1 l oder Fusilade Max 1 l, gegen Quecke max. 2 l eingesetzt werden. Gegen zweikeimblättrige Unkräuter ist der Einsatz von U 46 M fluid 2 l (§ 22) mögich.

Bei stärkerer Verunkrautung oder hohem Unkrautbewuchs ist vor einem Herbizideinsatz eine mechanische Bekämpfung, z.B. mit der Motorsense nötig.

Erdbeeren: Rote Wurzelfäule

Infektionen erfolgen bei Bodentemperaturen unter 10 ºC. Es wird eine Bandbehandlung von 20 cm mit Aliette WG 1 g pro laufenden Meter in 100 ml Brühe empfohlen. Alternativ kann zur Pflanzenstärkung eine Bandbehandlung mit einem Phosphonat-haltigen Blattdünger (z.B. Phosfik, Lebosol Kali Plus u.a. 1-1,5 ml/lfm in 100 ml Brühe) durchgeführt werden.

Stein- und Beerenobst: Mäusebekämpfung

Vorbeugende Maßnahmen unbedingt ergreifen, z.B.:

  • Mulchrasen in den Fahrgassen kurz halten
  • Baumstreifen frei von Bewuchs halten
  • Fallobst beseitigen
  • Randstreifen und Böschungen mulchen, um den Mäusen Rückzugsräume zu nehmen
  • Sitzstangen für Greifvögel aufstellen/ reparieren

Feldmäuse:

Zur direkten Bekämpfung eignen sich Schlagfallen oder Giftweizen- bzw. Giftlinsen-Präparate auf Basis von Zinkphosphid. Giftweizen und Köder müssen verdeckt ausgebracht werden! Hierbei z.B. den Giftweizen mittels Legeflinte mit 5 Körnern pro Mäuseloch ablegen. Bei der Anwendung von Mausködern pro Köderstation 100 g verwenden.

Die Befallsdichte kann wie folgt festgestellt werden: innerhalb der Obstanlage auf einer Fläche von ca. 250 m² (16x16 m) alle Mauselöcher zutreten und mit einem Stab markieren. Am Folgetag die wieder geöffneten Löcher zählen. Wenn mehr als 2 Löcher wieder geöffnet sind, ist eine Bekämpfung notwendig.

Wühlmäuse:

Die Bekämpfung erfolgt mit Fallen oder verdeckt mit Produkten auf Zinkphosphid-Basis. In sehr kleinparzellierten Gemarkungen ist die gemeinschaftliche Mäusebekämpfung sinnvoll.

Auf großen Flächen ist die Ausbringung von Wühlmausködern mit dem Wühlmauspflug möglich. Vorgewende und Randstreifen auch mit Ködern bestücken.

Hier gilt ein Bekämpfungsrichtwert von 10-20 Tieren je ha. Die Befallskontrolle ist über die Verwühlprobe möglich: Löcher öffnen und markieren. Am Folgetag wieder verschlossene Löcher zählen und Befall auf einen Hektar hochrechnen.

Zulassungserweiterung nach Art. 51:

Floramite 240 SC (Bifenazate) in Johannisbeere, Stachelbeere, Heidelbeere sowie Him- und Brombeere im Gewächshaus gegen Spinnmilben und Gallmilben. 0,48 l/ha in max. 1000 l Wasser/ha, max. 2 x, Abstand 7 – 10 tagen, WZ 14 Tage. Anwendungsbestimmung SF278-14OS beachten: Es ist sicherzustellen, dass die Arbeitszeit in den behandelten Kulturen innerhalb von 14 Tagen nach der Anwendung auf maximal 2 Stunden täglich begrenzt ist. Dabei sind lange Arbeitskleidung und festes Schuhwerk sowie Schutzhandschuhe zu tragen.

Widerruf der § 22-Genehmigungen: Am 25.9. wurden die Genehmigungen nach § 22 (2) für Floramite 240 SC in Himbeeren im GWH mit sofortiger Wirkung vom LTZ Augustenberg widerrufen. Die Zulassungserweiterung nach Art. 51 ersetzt die Genehmigungen nach § 22 (2).

Veranstaltungshinweise:

Europäische Spargel-Erdbeerbörse ExpoSE am 20. und 21.11.2019 in der Messe Karlsruhe

Augustenberger Obstbautag am 26.11.2019

Waldulmer Obstbautag am Mo 13.01.2020 in Kappelrodeck.

Die Angaben ersetzen nicht die Gebrauchsanleitung, insbesondere sind die Anwendungsbestimmungen zu beachten. Alle Angaben entsprechen dem aktuellen Kenntnisstand der Verfasser. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für Irrtümer oder Nachteile, die sich aus den Empfehlungen ergeben könnten, wird nicht übernommen.

Der nächste Warndienst erscheint bei Bedarf.

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