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Warndienst Stein- und Beerenobst Nr. 30/ 2019

Datum: 03.12.2019

Einhaltung von Mindestabständen zu privater Wohnbebauung

Bei der Neupflanzung von Baum- und Strauchbeerenobstanlagen ist der für die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln gültige Mindestabstand von 5 m zu privater Wohnbebauung zu berücksichtigen. Die halbe Gassenbreite ist dabei zu den 5 m zu addieren, bei einem Reihenabstand von 3m kann die erste Reihe also in einem Abstand von 6,5 m zur Grundstücksgrenze gepflanzt werden. Der Mindestabstand ist vom Anwender einzuhalten, damit bei der Anwendung von Pflanzenshcutzmitteln für Anwohner kein gesundheitliches Risiko besteht.

Abstände zu Gewässern bei der Neupflanzung von Obstanlagen

Bei der Planung von Neuanlagen ist zu berücksichtigen, dass für die im Obstbau eingesetzten Pflanzenschutzmittel je nach verwendetem Ausbringungsgerät unterschiedliche Abstände zu Gewässern gelten. Um möglichst viele Mittel ohne Einschränkungen einsetzen zu können, sind bei der Neupflanzung entsprechende Abstände einzuplanen. Bei Fragen wenden Sie sich an die Übergebietliche Pflanzenschutzberatung im Amt für Landwirtschaft.

Steinobst: Holz- und Rindenkrankheiten (Valsa, Pseudomonas)

Es wird an das Weißeln der Stämme in Neu- und Junganlagen erinnert. Die Temperaturen bei der Anwendung sollten bei mindestens 10° C liegen und der Tag niederschlagsfrei sein. Der Anstrich sollte vor Ende des Winters angebracht sein. Bewährt hat sich ProAgro-Baumweiß mit gleichzeitigem Wildverbissschutz.

Steinobst und Strauchbeerenobst: Unkrautbekämpfung

Zur Bekämpfung von Ungräsern und Vogelmiere wird eine Behandlung mit Kerb Flo empfohlen.

Aufwandmengen:

Steinobst, Johannis- und Stachelbeeren: 6,25 l/ ha,

Himbeerartiges Beerenobst, Holunder und Heidelbeeren: 3,75 l/ ha.

Die Anwendung muss während der Vegetationsruhe im Dezember/ Januar erfolgen. Der Boden sollte möglichst schneefrei sein. Optimale Bedingungen: bei Temperaturen um den Gefrierpunkt auf leicht gefrorenen Boden behandeln (Befahrbarkeit). Am Tag der Applikation sollte es trocken bleiben.

Bis zum Wochenende sind bereits gute Bedingungen für eine Behandlung gegeben.

Bei starker Verunkrautung kann in Steinobst sowie Johannisbeeren, Stachelbeeren und Heidelbeeren Roundup Rekord 2,5 kg/ ha (Ausbringung mit Abschirmung) ausgebracht werden. Eine Behandlung sollte zur Vermeidung von Kulturschäden bei Strauchbeeren vor dem Schnitt oder frühestens 6 Wochen nach dem Schnitt gemacht werden. Hinweis: Nur Roundup Rekord kann ganzjährig eingesetzt werden.

Johannisbeeren & Stachelbeeren: Maulbeerschildlaus & Rotpustelkrankheit

Achten Sie beim Winterschnitt auf Befall durch beide Schaderreger!

Maulbeerschildlaus: Im Sommer hat wieder eine starke Vermehrung stattgefunden.

Der Schnitt ist weiterhin die wichtigste Maßnahme der Bekämpfungsstrategie der Maulbeerschildlaus!

Schneiden Sie stark befallene Leittriebe bodeneben aus.

Rotpustelkrankheit: Wir empfehlen direkt nach dem Schnitt eine Behandlung mit Cuprozin Progress 4 l (max. 2x bis Austrieb) oder Malvin WG 1,8 kg (§ 22 bis 31.12.2019, max. 2x). Ein wichtiger Baustein in der Bekämpfung der Rotpustelkrankheit ist die Hygiene in der Anlage. Alles Schnittholz ist aus der Anlage zu entfernen (verbrennen oder abfahren). Dies ist wichtig, da sich auch auf gesundem Schnittholz über den Winter Rotpustel entwickeln kann und der Pilz von dort Ertragstriebe neu infizieren kann.

Johannisbeerglasflügler: Befall ist weiterhin zu finden. Die Raupen überwintern in den Trieben. Abgestorbene Zapfen/ Triebe ausschneiden und verbrennen oder aus der Anlage entfernen.

Erdbeeren: Unkrautbekämpfung

Die Bestände sind nach den ersten Frösten nun in Winterruhe.

Für eine Behandlung mit Bodenherbiziden ist ruhiges Inversionswetter mit Temperaturen von 0 bis max. 10° C günstig. Für eine gute Wirkung der Kerb-Produkte sollte die mittlere Temperatur in den Tagen nach der Behandlung unter 10° C liegen. Die nächsten Tage eignen sich also gut für eine Anwendung.

Bei gegebener Befahrbarkeit wird eine Behandlung mit 3,5 l Stomp Aqua in Mischung mit max. 1,25 l Kerb Flo empfohlen. Für Stomp gelten folgende Auflagen: Fahrgeschwindigkeit max. 7,5 km/h, mindestens 300 l Wasser/ ha, Abdriftminderung mindestens 90% (ist bei Rückenspritze mit grobtropfiger Düse und Schirm erfüllt), Windgeschwindigkeit während der Ausbringung max. 3 m/s.

Stein- und Beerenobst: Mäusebekämpfung

Vorbeugende Maßnahmen unbedingt ergreifen, z.B.:

Mulchrasen in den Fahrgassen kurzhalten, Baumstreifen frei von Bewuchs halten,Randstreifen und Böschungen mulchen, um den Mäusen Rückzugsräume zu nehmen,Sitzstangen für Greifvögel aufstellen.

Bekämpfung mit Ködern s. WD Nr. 28 vom 11.10.19

Veranstaltungshinweis:

Waldulmer Obstbautag NEU in der Achertalhalle in Kappelrodeck am Montag, 13.01.2020, 13.30-18:30, Einlass 12:30. Themen: Nachhaltigkeit und Biodiversität im Obstbau (Katja Röser, Obstregion Bodensee e.V.), Rechtliche Neuerungen im Pflanzenschutz (Hans-Dieter Beuschlein), Qualitätsproduktion von Zwetschgen
(Peter Hilsendegen, DLR Rheinpfalz), Auffällige Schaderreger aus 2019 und Empfehlungen für 2020 (Matthias Bernhart). Als 2-stündige Fortbildungsveranstaltung für die Sachkunde im Pflanzenschutz anerkannt.

NEU: Ausgabe der Sachkunde-Nachweise direkt im Anschluss an die Veranstaltung.

Mit diesem Fax enden die Pflanzenschutzhinweise 2019. Der erste Hinweis 2020 wird zum Schwellen der Pfirsichknospen und einsetzender Infektionsgefahr durch die Kräuselkrankheit erfolgen.

Wir wünschen allen Obsterzeugern ruhige Weihnachtsfeiertage und einen guten Start ins neue Jahr!

Die Angaben ersetzen nicht die Gebrauchsanleitung, insbesondere sind die Anwendungsbestimmungen zu beachten. Alle Angaben entsprechen dem aktuellen Kenntnisstand der Verfasser. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie eine Haftung für Irrtümer oder Nachteile, die sich aus den Empfehlungen ergeben könnten, wird nicht übernommen.




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