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Weinbauinfo Nr.09

Datum: 05.06.2019

Weinbauinfo Nr. 9 vom 05.06.2019

Entwicklungsstand
Bumm…. der Sommer ist da. Praktisch direkt aus der kühlen Phase schlägt der Sommer zu und lässt die Reben wieder in Rekordtempo wachsen. Jetzt wird wieder jede Hand gebraucht. In frühen Lagen wird der oberste Draht bereits überschritten. Erste offene Blüten sind in exponierten Lagen zu sehen. Wie letzte Woche erahnt, wird die Blüte am Wochenende und im Laufe der nächsten Woche richtig starten. Das Wetter in den nächsten Tagen bleibt warm, wird aber immer wieder durch lokale Gewitter abgekühlt. Wo und wieviel Niederschläge diese Gewitter bringen, ist wie immer kaum vorhersehbar. Diese Hitzegewitter haben aber immer Hagelpotential. Im Großteil der Gemarkungen können nun Ölflecken im 3-4-Blatt gefunden werden. In den meisten Fällen muss man diese aber suchen. Da auch sporelierende Flecken darunter sind, kann es zu Sekundärinfektionen kommen. Der Behandlungsabstand sollte deshalb und aufgrund der steigenden Oidium gefahr verkürzt werden.

Rebschutz
Pilzkrankheiten
Peronospora
Wer vor Himmelfart die letzte Behandlung durchgeführt hat, sollte noch vor den Gewittern nachlegen. Zum Einsatz kommt ein Kontaktfungizid wie etwa Folpan 80 WDG (0,8 kg/ha), Delan WG (0,4 kg/ha) oder Polyram WG (1,6 kg/ha). Zusätzlich sollte Veriphos (1,5 l/ha) oder Frutogard (3 l/ha) zur besseren Abdeckung des raschen Neuzuwachses eingesetzt werden. Alternativ kann auch Profiler (1,5 kg/ha) ohne Zusatz von Phosphonat eingesetzt werden.

Oidium
Aufgrund des baldigen Blühbeginns und des sich damit öffnenden Mehltaufensters, in Verbindung mit der steigenden Infektionsgefahr, bietet sich der Zusatz eines organischen Mehltaumittels an. Hier kommt ein Mittel wie Dynali (Wirkstoffgruppe RG, 0,4 l/ha), Kusabi (Wirkstoffgruppe K, 0,15 l/ha), Vivando (Wirkstoffgruppe K, 0,16 l/ha) oder Talendo (Wirkstoffgruppe J, 0,2 l/ha) zum Einsatz. Mittel mit der Wirkstoffgruppe L werden wir zur abgehenden Blüte benötigen und sind deshalb bei dieser Behandlung zu schonen. Wer weiterhin auf Netzschwefelprodukte setzt, muss bei aktueller Witterung mit deutlich verkürztem Behandlungsabstand fahren. Die Milbenproblematik hat sich etwas verwachsen, ein Zusatz von Schwefel ist deshalb in den meisten Fällen nicht mehr notwendig.

Bitte melden Sie Ölflecken, Zeigertriebe und weitere Auffälligkeiten weiterhin der Weinbauberatung.

Junganlagen sollten nach dem Austrieb wöchentlich mit einem organischen Peronosporafungizid und Netzschwefel behandelt werden.

Die Mittelmenge errechnet sich aus dem Basisaufwand x2.

Die Wasseraufwandmenge liegt bei 600-800 l/ha.

Beachten Sie die Auflagen und Anwendungsbestimmungen der einzelnen Pflanzenschutzmittel.

Schwarzholzkrankheit
Die Wirtspflanze der Windenglasflügelzikade (Überträger der Schwarzholzkrankheit) ist die Brennessel. Damit sie sich nicht unsere Reben als Nahrungsgrundlage nimmt, sollten wir Brennesselbüsche bis Ende Juli nicht entfernen.

Pheromoneinsatz – Traubenwickler
Weiterhin sind die Fangzahlen auf sehr geringem Niveau. Es sieht fast aus als wäre die erste Generation ohne größere Flugzahlen an uns vorbei gezogen. Für die Überprüfung der zweiten Generation sollten die Fallen mit neuen Ködern bestückt werden. Ich bitte wieder um regelmäßige Kontrolle der Fallen. Nachzulesen sind die Fangzahlen auf http://monitoring.vitimeteo.de/$/ oder auf Nachfrage bei den örtlichen Rebschutzwarten.

Weinbauliche Hinweise
Bei täglich starkem Zuwachs steht das Heften der Anlagen im Vordergrund. Die angesagten Gewitter bringen häufig starke Windböen mit sich, dies kann bei ungehefteten Trieben schnell zu Bruch führen.

Der Einsatz von Bioregulatoren sollte bei Vollblüte (50 % blühende Gescheine) passieren. Da der Gescheinsansatz gut aussieht, sollte eine Behandlung eingeplant werden. Es stehen folgende Produkte zur Auswahl:

Gibb 3: 12-16 Tabletten/ha bei 600-800 L Wasser/ha

Berelex 40 SG: 50g/ha bei 1000 L Wasser/ha

Bei einer reinen Traubenzonenbehandlung ist der Aufwand zu halbieren.

Regalis Plus: 1-1,2 kg/ha (Weißburgunder, Sauvignon Blanc), 1,2-1,5 kg/ha (Spätburgunder, Grauburgunder, Gewürztraminer), 1,5-1,8 kg/ha (Riesling, Scheurebe, Muskateller).

Der Einsatz in den Morgen- bzw. Abendstunden optimiert die Wirkung. Zur besseren Benetzung der Gescheine sollte jede Reihe befahren werden.

Sonstige Hinweise

Zum Umstrukturierungsverfahren:
Für eine rasche weitere Bearbeitung des Förderverfahrens ist es wichtig, dass die Pfropfrebenrechnung sowie die Rechnung für Tropfschläuche zeitnah an das Landratsamt geschickt werden, sobald die beantragten und zu fördernden Maßnahmen (Pflanzung, Tröpfchenbewässerung, evtl. Erstellung des Drahtrahmens) abgeschlossen sind. Letzte Frist für das Vorliegen dieser Rechnungen im Landratsamt ist der 15.07.2019. Ein Drahtrahmen ist nur in den Flächen zu erstellen, die im Flächenverzeichnis zum Infoschreiben mit der Hinweis-Nr. 3370 geführt werden. Ein Drahtrahmen gilt als erstellt, wenn die Pflanzpfähle und die Endpfähle sowie ein Draht je Zeile vorhanden sind. Alternativ ist es auch möglich die Pflanzpfähle und alle Zeilenpfähle zu setzen.

Die nächste Weinbauinfo erscheint voraussichtlich in KW 24.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Johannes Werner
Weinbauberater

Landratsamt Ortenaukreis
Amt für Landwirtschaft
Prinz-Eugenstr. 2
77654 Offenburg
Tel.: 0781 805 7206
Fax.: 0781 805 7200
Handy: 0175 2623256
Email: Johannes.Werner@Ortenaukreis.de

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