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Weinbauinfo Nr.17

Datum: 31.07.2019

Weinbauinfo Nr. 17 vom 31.07.2019
Entwicklungsstand
Die Niederschläge am vergangenen Wochenende haben, mit sehr unterschiedlichen Wassermengen, für eine kurzzeitige Entspannung der Stresssituation gesorgt. Auch die Temperaturen wurden durch die Niederschläge auf ein erträgliches Niveau gesenkt. Frühen Sorten kann man die schnelle Reife schon ansehen, färbende und weiche Solaris, Acolon, Dunkelfelder und auch beim Müller-Thurgau findet man glasige Beeren. Negativ zu bewerten sind die zum Teil starken Sonnenbrandschäden vom Donnerstag und Freitag letzter Woche. Die Wetterprognose zeigt für diese Woche Temperaturen bis 29°C mit bewölktem Himmel. Ab Anfang nächster Woche kann es dann wieder zu Niederschlägen kommen.
Rebschutz
Pilzkrankheiten
Peronospora
Zum Ende der Pflanzenschutzsaison 2019 kann zur Abschlussbehandlung gegen Peronospora ein Kontaktmittel mit kurzer Wartezeit zum Einsatz kommen. Möglich sind hier beispielsweise Mildicut (4,0 l/ha WZ 21 Tage), Videryo F (2,5 l/ha WZ 28 Tage) oder Kupferprodukte wie Funguran progress (2,0 kg/ha WZ 21 Tage), Cuprozin progress (1,6 l/ha WZ 21 Tage) oder Airone SC (2,6 l/ha WZ 21 Tage). Falls doch noch Infektionen in das Gipfellaub entstanden sind, bietet sich das Gipfeln des befallenen Laubes vor der Abschlussbehandlung als mechanische Perobekämpfung an.
Oidium
Auch Anfang dieser Woche können wieder frisch ausgebrochene Mehltautrauben ge-funden werden. Wobei die Infektion in der Regel schon einige Wochen zurückliegt. Kontrollieren Sie unbedingt Ihre Bestände. Falls Befall vorliegt sollte noch vor der Ab-schlussbehandlung eine Stoppbehandlung mit Backpulverpräperaten durchgeführt werden. Bei Fragen wenden Sie sich gerne an mich. In gesunden Anlagen kann z.B. Misha (0,24 l/ha WZ 14 Tage), Systhane 20 EW (0,24 l/ha WZ 28 Tage) oder Topas (0,32 l/ha WZ 35 Tage) eingesetzt werden. Der Einsatz von Backpulverpräparaten bietet sich auch unabhängig einer Stoppbehandlung auch aufgrund der Nebenwirkung auf Botrytis an.
Botrytis
In kompakten Anlagen, die zwar selten aber durchaus vorhanden sind, kann der Einsatz eines Botrytizid zur Abschlussbehandlung sinnvoll sein. Dies ist aber eine Einzelflächen Entscheidung. Viele Lagen sind schön verriesselt bzw. der Einsatz von Bioregulatoren hat wunderbar funktioniert, hier ist eine Behandlung nicht zwingend erforderlich. Zum Einsatz kommen nur, wenn erforderlich: Teldor, Scala, Cantus oder Switch. Falls beim Traubenschluss bereits eine Botrytizidbehandlung durchgeführt wurde, ist nun auf einen Wirkstoffwechsel zu achten. Bei Behandlung der Traubenzone ist der Basisaufwand x2 zu nehmen. Generell sind alle weinbaulichen Maßnahmen zur Fäulnisbekämpfung die bessere Wahl.
Die Mittelmenge errechnet sich aus dem Basisaufwand x4.
Beachten Sie die Auflagen und Anwendungsbestimmungen der einzelnen Pflanzen-schutzmittel.
Weinbauliche Hinweise
- Teilentblätterung mit Maß und Ziel, die Geiztriebe müssen nicht bis zur Triebspit-ze entfernt werden. Ein Freistellen der Trauben zu diesem Zeitpunkt ist NICHT ziehlführend. Wir entblättern nicht sinnlos sondern mit Blick auf die aktuellen Gegebenheiten.
- Gegen Stiellähme können Magnesiumblattdünger eingesetzt werden
- Beachten Sie zum Ende der Saison in jedem Fall die Vorgaben Ihrer Vermark-tungsbetriebe
- Auch wenn die Niederschläge erst einmal für Entlastung gesorgt haben, kann es bei Junganlagen schnell wieder zu Wassermangel kommen. In solchen Anlagen sollte die Entfernung des teils hohen Ertrages eine der ersten Maßnahmen sein.
- Die Ertragsschätzungen zeigen in vielen Anlagen, besonders in Müller, Weißburgunder und manchen Spätburgunderkolonen, wieder üppige Erträge. Die Zeit für Ertragskorrekturen ist da.

Sonstiges
Die nächste Weinbauinfo erscheint voraussichtlich in KW 32.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Johannes Werner
Weinbauberater

Landratsamt Ortenaukreis
Amt für Landwirtschaft
Prinz-Eugenstr. 2
77654 Offenburg
Tel.: 0781 805 7206
Fax.: 0781 805 7200
Handy: 0175 2623256
Email: Johannes.Werner@Ortenaukreis.de

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